Grünes gegen Graues

trial&error urban gardening_neukoellnAuf der gegenüber liegenden Seite der Kreuzung Braunschweiger-/Kanner-/Unstrut-straße ist die Bebauung einer ehemaligen Brache bereits vollendet. Dort hat eine Baugruppe auf einem abgeschotteten Grund-stück einen grauen Klotz namens Ausbau-haus Neukölln hochgezogen.

Vis-à-vis ist der Zaun, hinter dem Neues entsteht, nicht mal kniehoch. Mitte Dezember begann das im Kiez ansässige Kulturlabor trial&error mit ersten Vorbereitungen, hier einen Urban Foodforest anzulegen. Im Früh-jahr, nach dem Ende des Winterschlafs der Natur, soll es mit den Arbeiten an der ess-baren Landschaft weitergehen.

Platz für Platz

Zwanzig Monate sind vergangen, seit die Neuköllner Ananiaskirche mit einem Ab- schiedsgottesdienst entwidmet wurde. Inzwischen ist der Abriss des 1967 einge-weihten Gebäudes weit  vorangeschritten und das  von einer Baugruppe per Erbbau-

abriss ananiaskirche neukölln

recht erworbene Eckgrundstück an der Wilhelm-Busch-/Treptower Straße zur Trüm- merhalde geworden. Einzig der Glockenturm der Kirche erinnerte dieser Tage noch an die Vergangenheit des Areals, dessen Zukunft in Wohn- und Gewerbeeinheiten liegen soll. Einige Schritte weiter ist  man schon bei einem anderen Baugruppen-Pro-

baugruppe ausbauhaus neukölln

jekt im Kiez: An der Ecke Unstrut-/Braunschweiger Straße wächst auf einer ehemali- gen Brache das mit 24 Wohneinheiten konzipierte Ausbauhaus Neukölln stetig heran.

Gewerbe geht, Wohnungen kommen

Besonders schön ist der Ausblick nicht, den die Bewohner der Unstrutstraße haben, wenn sie in Richtung Osten gucken. Von einer Augenweide ist das ziemlich herunterge- kommene, zur Braunschweiger Straße gehö- rende Eckgrundstück, das noch als Lager- fläche genutzt wird, weit entfernt. Aber im- merhin hindert kein Gebäude auf der Straßen- seite gegenüber die aufgehende Sonne daran, in ihre Fenster zu scheinen. Das  soll  sich  nun  ändern.

Ein viergeschossiges Haus mit 24 Wohnungen wird, so die Planungen der Baugruppe Ausbauhaus Neukölln, auf der etwa 1.400 Quadratmeter großen Brache bauplatz braunschweiger str. 41, ausbauhaus neuköllnhochgezogen werden. „Momentan befinden wir uns auf der ersten von zwei kritischen Stufen bei der Realisierung von Bau- gruppen-Projekten, der Gründungsphase“, sagt Jan Kertscher, der das Vorhaben für das Architektenbüro PraegerRichter be- treut. Weitere Mitstreiter wer- den noch gesucht, andere seien schon da – und bei denen handelt es sich nicht in erster Linie um investitionsfreudige Auswärtige oder Prenzlberger. „Viele der Interessenten“, so Kertscher, „sind  Neuköllner, die momentan im Umkreis von 300 Metern wohnen.“ Wenn alles weiterhin planmäßig verläuft, können sie dem Ausbauhaus Neukölln vom Frühsommer nächsten Jahres an beim Wachsen zusehen und spätestens im Winter 2014 ihre neuen Domizile beziehen.

Die kritische Gründungsphase längst hinter sich gelassen hat inzwischen die Bau- gruppe, die auf dem Grundstück der ehemaligen Ananias-Kirche aktiv wird. 26 Ge- sellschafter gehören der Planungsgemeinschaft an; für weitere ernsthafte Inte- ressenten bleiben nur noch Plätze auf der Nachrücker-Liste.

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