„Wussten Sie schon, dass die Britzer Prinzessin ein Prinz war?“

Im 20. Jahrhundert wurden in Neukölln einige bedeutsame archäologische Funde gemacht. Bei Bauarbeiten im Körnerpark entdeckte man 1912 ein germanisches Reitergrab, das vermutlich im 6. Jahrhundert n. Chr. angelegt wurde. Wahrscheinlich aus der gleichen Epoche stammen zwei Gräber, die 1951 im Buschkrugpark in Britz gefunden wurden. In einem Grab befanden sich die Gebeine eines ca. 30-jährigen Mannes. Zwei Meter entfernt wurden das feingliedrige Skelett einer etwa 16-jährigen Person gefunden, die lange für ein Mädchen gehalten wurde. Wegen der wertvollen Grabbeigaben, zu denen u. a. ein Kamm, zwei goldene Anhänger, eine Weiterlesen

Von der Vor- bis zur Jetztzeit: Spurensuche von Christina Schwarzer und Monika Grütters im Museum Neukölln

„Sie lassen sich am besten durch die Augen lenken“, empfahl Museumsdirektor Dr. Udo Gößwald den beiden Politikerinnen, die am Anfang ihres Rundgangs durch die Dauerausstellung 99 x Neukölln, die Grundlegen-des der Bezirksgeschichte näherbringt, einen Orientierungspunkt suchten: Ein Sieben Striemer, mit dem früher Kinder an Neuköllner Schulen geschlagen wurden, liegt ebenso wie das Schach-brett, an dem einst der Maler Stanislaw Kubicki mit seinem Freund Erich Mühsam manche Partie in der Britzer Hufeisensiedlung spielte, in den Vitrinen. Die Spikes des Soziologen und Krimi-Autors Horst Bosetzky, die er bei Wettkämpfen auf der Aschenbahn trug, sind nicht weit vom über 20.000 Jahre Weiterlesen

„Zeitreise Neukölln“ verhilft Flüchtlingen zu Orientierung

terminal 99xneukoelln_museum neukoellnDie Versuchung liegt direkt nebenan. „Kein Englisch!“, instruiert Diana Mercher die Frauen und Männer, die sich um ein Computerterminal im Museum Neukölln mercher_goesswald_vhs-deutschkurs_zeitreise neukoelln_museum neukoellnversammelt haben. Viele sind mit dem Englischen vertrauter als mit der deutschen Sprache, aber alle entschlossen, das zu ändern. Im Deutsch-kursus der VHS Neukölln haben die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, der Ukraine, Pakistan und dem Iran bereits die Kompetenzstufe A2 erreicht. „Dabei sind einige erst seit fünf Wochen hier“, sagt Diana Mercher, die Dozentin, nicht ohne Stolz: „Sie entdecken gerade, was Demokratie bedeutet, haben eine riesige Hoffnung, sich schnell zu Weiterlesen

Weltpremiere im Museum Neukölln: Exponate der Dauerausstellung jetzt auch haptisch erlebbar

geschichtsspeicher_präsentation 3d-objekte_museum neukoellnIn der Dauerausstellung „99 x Neukölln“ können sich Besucher des Museums Neukölln schon seit Jahren durch 99 Originalobjekte und an Compu-terterminals über grundlegende Aspekte der Geschichte und Gegenwart des Bezirks informie- ren. Nun ist ein weiterer innovativer „museums- pädagogischer Quantensprung“ geglückt, wie Bezirksstadtrat Jan-Christopher Rämer vergange- nen Donnerstag bei einem Pressegespräch im Museum auf dem ehemaligen Gutshof Britz erklärte: „Ich bin sehr froh darüber, dass mit dem Einsatz von 3D-Objekten jetzt auch Blinde- und Sehbehinderte Exponate der ständigen Aus- stellung erfahren können.“

Möglich wird dies, weil mehrere Objekte vom 3D-Labor der Technischen Universität Berlin mit einem 3D-Scanner aufgenommen und in Kunststoff Weiterlesen

Ein Museum des Lebens und der Verbindung zwischen Menschen und Objekten

museum neukölln ganghoferstraßeEs war 1985, als Dr. Udo Gößwald die Leitung des damals noch in der Ganghoferstraße angesiedelten Heimatmuseums Neukölln übernahm. Dorothea Kol-land war seinerzeit bereits seit vier Jahren Chefin des Neuköllner Kulturamts. Sie habe den Keim dieses Museums gepflanzt, erinnerte sich Gößwald an den Beginn der gemeinsamen Arbeit an der Neukonzeption des Museums vor 30 Jahren. Am vergangenen Sams-tag feierte es, seit 2004 auf das Präfix „Heimat“ verzich-tend und 2010 auf den Gutshof Britz umgezogen, das Jubiläum und lud dazu ein, die Historie aus musealer Sicht Revue passieren zu lassen.

Begonnen wurde der Abend mit Führungen durch das Museum. Dr. Udo Gößwald zeigte den Besuchern dabei außer den Büros der Mitarbeiter auch Weiterlesen

Not macht erfinderisch

Dieses Schild im Museum Neukölln soll keinesfalls besagen, dass dort Logis-Gäste aufgenommen werden. Es ist lediglich ein Exponat der Dauerausstellung „99 x Neu-kölln“. Gleichzeitig dokumentiert es aber, dass hohe Mieten und Wohnungsnot schon vor über 100 Jahren für viele Berliner ein Problem waren. Da virtuelle Immobi-lien- und Mitwohnportale noch erfunden werden mussten, wurde mit derartigen Tafeln

möblierte schlafstelle-schild_museum neukölln

an den Häusern um Schlafgänger geworben. Die Hauptmieter konnten so gegen Aufgabe der Privatsphäre ihre Mietkosten reduzieren und die Wohnungen halten; Geringverdiener hatten wenigstens für Stunden ein Bett samt Dach überm Kopf.

Schachbrett eines „leidenschaftlichen Revoluzzers“ aus der Hufeisensiedlung als neues Exponat im Museum Neukölln

prof stanislaw karol kubicki_museum neukölln„Sie ist mein Hörrohr und mein Notizbuch“, sagt Prof. Karol Kubicki, der Frau an seiner rechten Seite einen liebevollen Blick zuwerfend. Das Paar, das letzten Freitag ins Museum Neukölln gekommen war, um eine Schenkung perfekt zu machen, ist ein eingespieltes Team. Schach spielen jedoch beide nicht. Skat ja, aber Schach stanislaw kubicki-schachbrett_museum neuköllnhabe ihn nie gereizt, verrät der fast 89-Jäh- rige. Außerdem wisse er auch gar nicht, wo die Figuren geblieben sind.  „Deshalb stand das Ding bei uns nur rum“, überschlägt Petra Kubicki pragmatisch die Ausgangssituation, die dazu führte, dass das Museum Neukölln nun im Besitz des Weiterlesen