Zerbrechliche Schätze der Weltliteratur im Schloss Britz

ausstellung-literatur-auf-porzellan_schloss-britz-berlin-neukoellnDer Name ist ein wenig irreführend: „Literatur auf Porzellan, Steingut und in anderem Kunsthandwerk“ heißt die Ausstellung im Schloss Britz, die gestern von Bezirksbürgermeisterin Giffey und Kulturstadtrat Rämer reineke-fuchs_-literatur-auf-porzellan_schloss-britz-berlin-neukoellneröffnet wurde. Genau genommen sind es aber Bilder, die Werke von Weltliteraten erzählen, die die dort auf Geschirr, Pfeifenköp-fen und weiterem Zierrat zu sehen sind.

Etwa 80 Exponate präsentieren sich den Besuchern, dazu ebenso viele Bögen und Bücher mit Grafiken, die Aufschlüsse über die Herkunft der auf fragile Utensilien aufgetragenen Bilder geben. So soll zum Vergleichen angeregt werden, Weiterlesen

„Hätte der Meister heute gelebt, wäre er Fotograf geworden“

neukoelln_schloss britz_rembrandt-ausstellungÜber 100 Original-Radierungen des niederländi-schen Malers und Zeichners Rembrandt Harmens-zoon van Rijn sind ab heute in der Ausstellung „Rembrandt in Black & White“ im Schloss Britz zu bewundern. Die Werke stammen aus der Privat-sammlung des Rembrandt-Kenners Jaap Mulders und umfassen gut ein Drittel aller Radierungen Rembrandts. Die Ausstellung bietet damit einen breiten Überblick über das druckgraphische Werk des 1606 in Leiden geborenen Künstlers.

Sonja Kramer, die Geschäftsführerin der Kulturstif-tung Schloss Britz, Leihgeber Jaap Mulders und Kuratorin Aneta Brinker stellten schon vorgestern bei einem Pressetermin die Exponate vor, zu denen Selbstbildnisse, Studien, Porträts, Landschaften, Akte, Szenen aus dem alltäglichen Leben sowie Geschichten und Gleichnisse aus dem Alten und Neuen Testament gehören. „Nicht die Weiterlesen

„Mit den Augen der Puppen guckt die alte Zeit zurück“

8_ausstellung puppen und puppenstuben_schloss britz neuköllnFast könnte man meinen, dass das Sammeln von Dingen verpönt ist. So eindringlich betont Anne Kamra-towski, dass sie sich nicht als Sammlerin, sondern als „Spezialistin für Alltagsgeschichte“ sehe. Wie auch immer man aber nennt, was die Berlinerin leidenschaftlich betreibt – ohne diese Passion würde es keine Aus- stellung wie die geben, die vorgestern im Schloss Britz eröffnet wurde.

„Puppenwelten vom Biedermeier zum Jugendstil“ heißt sie, ist aber weitaus mehr als eine Präsentation perfekt restaurierter, historischer Mädchen-Spielzeugfiguren. Sie sei auch erst zögerlich gewesen, erinnert sich Sonja Kramer, die Geschäftsführerin der Kulturstiftung Schloss Britz, an die ersten Gespräche mit Kuratorin Aneta Brinker. Dann aber kratzte schon die Vorabumfrage hinsichtlich des Besucherpotenzials an ihrer Skepsis: „Bei der Weiterlesen

Chagall ganz nah – im Schloss Britz

schloss britz, neuköllnSchon das Schloss Britz an sich weiß zu beein-drucken. Die schmucke Fassade, der malerische Park, das historische Interieur – alles mächtig prächtig. Seit dem vergangenen Wochenende hat das Kleinod zwischen Nord- und Süd-Neukölln noch eine Attraktion mehr: Es präsentiert eine Sonder-ausstellung mit rund 100 Originalgraphiken von  Marc  Chagall.

Deren Zustandekommen ist in erster Linie Chris und Berni Fetzer zu verdanken, die am Rande der schwäbischen Alb eine Galerie betreiben und bei einer Hundertwasser-Ausstellung Sonja Kramer, die Geschäftsführerin vom Schloss Britz, kennen lern- schloss britz neukölln, ausstellung "marc chagall - originalgraphiken aus 7 jahrzehnten", aneta brinker, sonja kramer, berni fetzerten. Bis zur Idee, das graphische Œuvre von Chagall im vor gut 300 Jahren erbauten Herrenhaus präsentieren zu wollen und das Ehepaar Fetzer als Leihgeber zu kon- sultieren, sei noch einige Zeit vergangen. „Das Schwierigste war die Auswahl der Werke“, erinnern sich Sonja Kramer (M.), die von Neuköllns Bezirksbürgermeister gerne als Schlossherrin bezeichnet wird und Kuratorin Aneta Brinker (r.). „Wir haben eben angeboten, was wir haben“, sagt Berni Fetzer (l.) schmunzelnd – und das sind etwa 500 Chagall-Originale. Äußerst gelungen, um die Bandbreite der Schaffenskraft schloss britz neukölln, ausstellung "marc chagall - originalgraphiken aus 7 jahrzehnten"des Künstlers zu zeigen, finde er die Auswahl, attestiert der Galerist.

Obwohl er schon viele Stunden mit jedem einzelnen der Werke verbracht hat, haben sie für ihn nichts an Fas- zination verloren. Fetzers Augen leuch- ten, wenn er vom Leben und Wirken Chagalls erzählt, auf winzige Details hinweist oder von der Farbenpracht schwärmt. „Das ist wirklich nicht nur eine besondere Ausstellung, sondern das sind besondere Bilder“, ergänzt Sonja Kramer. Marc Chagalls bunte Lithografien seien seinen Gemälden fast ebenbürtig. „Als wir die Bilder hängten und uns sehr intensiv mit ihnen beschäftigten, war das emotional äußerst bewegend.“ Regelrecht schloss britz neukölln, ausstellung "marc chagall - originalgraphiken aus 7 jahrzehnten", berni fetzertrunken vor Farbe seien sie gewesen. Aneta Brinker nickt zustimmend. Man brauche nicht mal Kunstverstand, um den Besuch der Ausstellung als Hochgenuss verbuchen zu können, „aber mit Kenntnissen über Chagall wird man noch mehr zum Nach- denken angeregt.“

Für viele weniger Kulturbeflissene dürfte es bereits überraschend sein, dass der gebürtige Russe über weit mehr kreative Talente als das zur Malerei verfügte. „Er war auch Dichter, Illustrator und Grafiker“, berichtet die Kuratorin. „Und er hat die Kunst der Radierung in Berlin schloss britz neukölln, ausstellung "marc chagall - originalgraphiken aus 7 jahrzehnten"erlernt.“ Als Chagall sich die Technik der Lithographie, des ältesten Flachdruckverfahrens, aneignete, sei er bereits 63 Jahre alt gewesen, weiß Berni Fetzer.

Es sind Werke aus sieben Jahrzehnten und facet- tenreichsten Schaffensperioden, die nun im Schloss Britz zu sehen sind und dem Besucher einen der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts nahe- schloss britz neukölln, ausstellung "marc chagall - originalgraphiken aus 7 jahrzehnten"bringen. Einen Mann, der stolze 97 Jahre alt wurde, eine schier unbändige Produktivität besaß und in seinen Bildern, so Chris Fetzer, insbesondere zwei schloss britz neukölln, ausstellung "marc chagall - originalgraphiken aus 7 jahrzehnten"Charakterzüge durch- blitzen ließ: Boden-ständigkeit und den Hang zu Höhenflügen.

Für alle, die sich eingehender mit Chagall beschäftigen möchten, hält das Schloss Britz neben einem Katalog reichlich Literatur bereit. Für die faszinierende Ausstellung selber sollte man sich Zeit nehmen. „Am besten ist es, erst einmal durch zu gehen, um sich einen Überblick zu verschaffen und sich dann beim zweiten Durchgang Muße fürs genaue Betrachten der Werke zu nehmen“, schlägt Sonja Kramer vor.

Das Schloss Britz zeigt die Marc Chagall-Sonderausstellung noch bis zum 6. Januar 2013 von dienstags bis sonntags (11 – 18 Uhr). Eintritt: 7 € (erm. 5 €; Kinder bis 12 Jahre frei), Teilnahme an einer Führung durch die Ausstellung: zzgl. 3 €

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