Quarantäne für 369 Neuköllner Haushalte weitestgehend beendet

„Wir haben die Maßnahmen des Neuköllner Gesundheitsamtes ausdrücklich gutgeheißen. Es war eine richtige, notwendige Entscheidung. Die Idee dahinter ist, solche Infektionsherde möglichst lokal einzugrenzen und dann auch konsequent zu begrenzen, um eine Weiterverbreitung zu vermeiden.“ Berlins Innensenator Andreas Geisel hatte sich am vorvergangenen Dienstag bei der Landespressekonferenz nach der Senats-Sitzung Weiterlesen

Roma-Selbsthilfeorganisation warnt vor einer humanitären Katastrophe

Zum 30. Mal wurde in der vergangenen Woche der Internationale Roma-Tag gefeiert. Als Statement gegen Antiziganismus und für ein diskriminierungsfreies Miteinander ließ Bezirksbürgermeister Martin Hikel aus diesem Anlass am 8. April erstmals die Roma-Flagge vor dem Rathaus aufziehen. Das Blau in der oberen Hälfte und das Grün in der unteren Hälfte der Fahne mit dem roten Speichenrad im Zentrum repräsentieren Himmel und Erde.

„Roma sind in vielen Ländern Europas massiver Diskriminierung ausgesetzt, und das seit Jahrzehnten. Auch in Weiterlesen

„Dosta heißt: Genug, es reicht !“: Dokumentationsstelle Antiziganismus fasst die Ergebnisse ihrer fünfjährigen Arbeit zusammen

„Mit Zigeunern wollen wir nichts zu tun haben.“ „Wir schließen keine Verträge mit Rumänen und Bulgaren ab.“ „Die Roma machen nur Lärm und Müll.“ In den letzten fünf Jahren hat die Dokumentationsstelle Antiziganismus, kurz Dosta, des Amaro Foro e. V. beleidigende und diskriminierende Aussagen und Vorfälle in insgesamt acht Lebensbereichen kontinuierlich erfasst. Am vergangenen Dienstag zog die Registerstelle, deren Akronym Dosta auf Serbisch, Kroatisch und in anderen Sprachen des Balkans „Genug, es reicht!“ bedeutet, eine ernüchternde Bilanz: Beim Antiziganismus ist keine Besserung in Sicht! Dosta hat von 2014 bis 2018 insgesamt 699 antiziganistische und diskriminierende Vorfälle erfasst. 2018 blieb die Zahl mit Weiterlesen

Frühlingszeit ist Straßenfestzeit

Ein fester Bestandteil der Straßenfest-Saison ist das „Hederlezi Straßen- und Kulturfestival“ in Berlin. Wie in den Vorjahren organisiert der Amaro Foro e. V. () das Hederlezi-Festival mit der Unterstützung des Quartiermanagements Flughafensstraße in Sichtweite des Rathaus Neukölln.

Hederlezi ist – vor allem in den Westbalkanländern – für muslimische und christlich-orthodoxe Roma einer der wichtigsten Weiterlesen

Jahres-Fachtagung der Roma-Selbstorganisation Amaro Foro beriet über antiziganistische Mediendiskurse und Gegenstrategien

Der Amaro Foro e. V. dokumentiert seit einigen Jahren diskriminierende Medienberichte. Allein für 2017 wurden 51 Berichte im Medienmonitoring als „diskriminierend“ eingestuft. Die diesjährige Fachtagung der Roma-Selbstorganisation, die gestern im Tagungshaus der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße stattfand, widmete sich allen Formen antiziganistischer und stereotyper Berichterstattung in den Medien. Dabei werden Roma, Sinti oder Menschen, die dafür gehalten werden, bestimmte – meist negative – Eigenschaften zugeschrieben, die im Gegensatz zu den Normen und Werten der modernen Arbeitsgesellschaft stehen. Dr. Markus End, Weiterlesen

Unterstützung für sieben Projekte, die mit wenig Geld viel bewegen

Zweimal im Jahr vergibt der N+Förderfonds der Bürgerstiftung Neukölln finanzielle Zuschüsse für engagierte Projekte, die sich mit viel Herzblut für ein friedliches und respektvolles Miteinander in Neukölln einsetzen.

Am vergangenen Dienstag zeichneten Friedemann Walther (r.), Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, sowie Wolfgang Hecht, der als Vorsitzender des N+Fachausschusses Projekte auch Sprecher der Jury war, sieben Projekte im Neuköllner Leuchtturm in der Emser Straße aus.

Die kleine Feier, bei der den Vertretern der Initiativen ihre Urkunden Weiterlesen

„Ausgrenzung und Diskriminierung von Roma nehmen zu“

Zum vierten Mal in Folge legte kürzlich der Neuköllner Verein Amaro Foro seinen Jahresbericht über antiziga-nistische und diskriminierende Vorfälle in Berlin vor. Das Dokumentationsprojekt besteht seit 2014 und ist bundesweit das einzige Projekt dieser Art.

568 antiziganistische und diskriminierende Vorfälle wurden 2016 registriert. Sie schlüsseln sich auf in 63 diskriminierende Medienberichte, 146 gemeldete Vorfälle, 350 Äußerungen in Kommentarspalten sowie 9 Social Media-Beispiele. „Ausgrenzung und Diskriminierung von Roma nehmen zu“, beklagte Projektkoordinatorin Diana Botescu. „Roma oder Menschen, die dafür gehalten werden, erleben in Berlin eine fast umfassende und vor allem zunehmende Diskriminierung. Dies betrifft besonders den Kontakt zu Weiterlesen

Fachtagung „Saore Roma“ diesmal mit dem Schwerpunktthema Wohnen

Zum vierten Mal fand gestern die alljährliche Fachtagung „Saore Roma“ (Alle Roma) des Amaro Foro e. V. in der Neuköllner Werkstatt der Kulturen statt. Das podiumsdiskussion_fachtagung-amaro-foro_neukoellnSchwerpunktthema kreiste diesmal um die Frage „Wohnen – eine Selbstverständichkeit?“  Immer wieder berichten Klienten bei der Sozialberatung des Amaro Foro e. V. Fälle von Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt und im Wohnumfeld. Auch um akute Fälle von Obdach-losigkeit müssen sich Sozialberaterinnen und -berater verschiedener Beratungseinrichtungen kümmern. Gemeinsam mit Vertretern der Bezirks- und Landesverwaltungen sowie der Polizei, mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, Weiterlesen

„Antiziganistische Beleidigungen und Angriffe geschehen überall“

rathausturm neukoellnAm vergangenen Sonnabend fand zum achten Mal das Herdelezi-Straßenfest in der Boddinstraße unweit des Neuköllner Rathausturmes statt. Herdelezi, der St. Georgstag, ist für christlich-orthodoxe und muslimische Roma einer der wichtigsten Feiertage, der vor allem in Südost-europa zelebriert wird. Georgi Ivanov vom Amaro Foro e. V. erinnert sich, dass das erste Herdelezi im Mai 2009 aus einer spontanen Musik-Performance in der Boddinstraße enstand. Seitdem kommen Roma und Nicht-Roma aus ganz Berlin Weiterlesen

Festakt und Kundgebung zum RomaDay: „Es ist Versöhnung, wenn die Menschen zivilisiert zusammenleben“

Der 8. April ist der Internationale Tag der Sinti und Roma. Er geht auf die weltweit erste Roma-Konferenz im Jahr 1971 in London zurück, die als ein Meilenstein auf savic_sahiti_kyuchukov_podiumsdiskussion romaday_k-fetisch neukoellndem Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe und Würde sowie gegen Diskriminirung und soziale Ausgrenzung der Roma gilt. Heute wird der Gedenktag in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck mit einem Festakt am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas begangen.

Bereits gestern haben die vier Verbände Amaro Drom, Amaro Foro, Roma Kultur Rad Berlin und Rroma Informations Centrum zu einem öffentlichen Abendgespräch ins k-fetisch in der Neuköllner Wildenbruchstraße eingeladen, um über die Bürgerrechtsbewegung der Roma und Weiterlesen

Nicht nur gegen Migranten, sondern gegen eine offene, solidarische Gesellschaft

antirassismus-kundgebung rudow_neukoelln„Heute ist der 21. März: Der internationale Tag gegen rassistische Diskriminierung.“ Unablässig macht der graubärtige Mann in der roten Jacke seine Laut-sprecherdurchsage am U-Bahnhof antirassismus-kundgebung rudow-neukoellnRudow, während zwei Dutzend Menschen mit Fahnen und Trans-parenten über die Fuß-gängerüberwege rund um den Platz an der Rudower Spinne ziehen.

„Es ist 5 vor 12! Seit Monaten steigt die Zahl der rechtsextremen Straftaten“, warnt ein Bündnis für 100 Prozent Menschenwürde in einem gemeinsamen Aufruf, der begleitend zur Kundgebung an Weiterlesen

Klischees früher – und heute?

ruiz_barica_reuss_rodriguez_outreach neukoellnEin Merkmal, das jemanden in seiner besonderen negativen Art kennzeichnet, wird Stigma genannt. „Kontinuitäten der Stigma-tisierung“ heißt das Buch von Anja Reuss. Montagabend stellte die Wissenschaftlerin ihre Forschungsarbeit über Antiziganismus rund 30 Interessierten vor. Alvaro Rodriguez (r.) und Emanuel Barica vom Amaro Foro e.V. sowie Guillermo Ruiz (l.) von der Sozialfabrik hatten dafür zur Informationsveranstaltung unter dem Titel „Missgunst und Feindseligkeit – Antiziganismus in der Nachkriegs-zeit“ in die Räume von Outreach Neukölln eingeladen. „Ich will Weiterlesen

Ein gutes Beispiel – in Neukölln

tag der sinti und roma_wildenbruchbruecke neuköllnGestern, nachmittags gegen 14 Uhr: Rund 80 Menschen haben sich mit bunten Tulpen auf der Wildenbruchbrücke in Neukölln ein- gefunden, um wie überall auf der Welt den Internationalen Tag der Sinti und Roma zu begehen. Einige tragen eine grüne und blaue Flagge mit rotem Chakra. Die Farben der Fahne stehen symbolisch für Himmel und Erde, während das Rad an den gemein- samen indischen Ursprung der Roma und Sinti erinnert. Die Versammelten werden gleich ihre Blumen über die Brüstung ins Wasser werfen, als Erinnerung an die Opfer, die der Porajmos Weiterlesen

72 Meldungen mehr als im Vorjahr: Neuköllner Register macht Diskriminierung im Alltag auf lokaler Ebene sichtbar

refugees welcome_neuköllnMorgen beginnt nicht nur eine neue Woche, morgen beginnen auch die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Mehr als 70 Organisationen und Einrichtungen beteiligen sich bundesweit mit Veranstaltungen an den beiden Aktionswochen rund um den Welttag gegen Rassismus. Zum ersten Mal ist, nach einem Mehrheits-Beschluss der Bezirksverord- netenversammlung, auch das Neuköllner Be- zirksamt dabei.

Um rechtsextreme und diskriminierende Vor- fälle in der Hauptstadt zu erfassen und doku- mentieren, wird seit zehn Jahren von der Koor- dinierungsstelle Berliner Register ein Netz bezirksbezogener Register aufgebaut: Das erste wurde 2005 in Pankow eingerichtet; Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg folgten. Seit Juni 2013 gibt es auch ein Neuköllner Register. Inzwischen Weiterlesen