Festakt und Kundgebung zum RomaDay: „Es ist Versöhnung, wenn die Menschen zivilisiert zusammenleben“

Der 8. April ist der Internationale Tag der Sinti und Roma. Er geht auf die weltweit erste Roma-Konferenz im Jahr 1971 in London zurück, die als ein Meilenstein auf savic_sahiti_kyuchukov_podiumsdiskussion romaday_k-fetisch neukoellndem Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe und Würde sowie gegen Diskriminirung und soziale Ausgrenzung der Roma gilt. Heute wird der Gedenktag in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck mit einem Festakt am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas begangen.

Bereits gestern haben die vier Verbände Amaro Drom, Amaro Foro, Roma Kultur Rad Berlin und Rroma Informations Centrum zu einem öffentlichen Abendgespräch ins k-fetisch in der Neuköllner Wildenbruchstraße eingeladen, um über die Bürgerrechtsbewegung der Roma und Weiterlesen

Ein gutes Beispiel – in Neukölln

tag der sinti und roma_wildenbruchbruecke neuköllnGestern, nachmittags gegen 14 Uhr: Rund 80 Menschen haben sich mit bunten Tulpen auf der Wildenbruchbrücke in Neukölln ein- gefunden, um wie überall auf der Welt den Internationalen Tag der Sinti und Roma zu begehen. Einige tragen eine grüne und blaue Flagge mit rotem Chakra. Die Farben der Fahne stehen symbolisch für Himmel und Erde, während das Rad an den gemein- samen indischen Ursprung der Roma und Sinti erinnert. Die Versammelten werden gleich ihre Blumen über die Brüstung ins Wasser werfen, als Erinnerung an die Opfer, die der Porajmos Weiterlesen

Eine Neuköllner Besonderheit und ihre Folgen

Einige müssten eigentlich, tun’s jedoch bestenfalls sporadisch. Viele machen’s mehr oder weniger gerne aber regelmäßig. Und manche würden gerne, dürfen allerdings nicht! Die Rede ist von Neuköllner Kindern im schulpflichtigen Alter und dem Schulbesuch.

„Es ist ein Skandal, dass die vom ehemaligen Neuköllner Bildungsstadtrat Schimmang be- schlossene Regelung immer noch gültig ist, dass nur polizeilich gemeldete Kinder in Neuköllns Schulen angemeldet werden kön- nen“, findet Anna Schmidt von Amaro Drom. Der Verein führte jüngst eine Befragung im Flughafen- und Donaukiez durch, um die Situationen und Bedarfe der dort lebenden Roma zu ermitteln. Insbesondere für aus Rumänien und Bulgarien stammende Roma-Familien, so die Erkenntnis, stelle eine wahre Kette von Probleme eine enorme Belastung dar: Sie leben mit viel zu vielen Menschen in viel zu kleinen Wohnungen, erhalten deshalb oft keine Meldebescheinigung und können demzufolge ihre Kinder nicht in wohnortnahe Schulen schicken. Der Ausweg des Besuchs von Schulen in anderen Bezirken, wo es keine derartigen bürokratischen Hürden gibt, sei oft nicht praktikabel: „Die Konsequenz ist daher  meist, dass die Kinder beim Zugang zu Bildung außen vor bleiben.“

Auch Erich Mitbach, Regionalleiter des Jugendamts Neukölln, fand bei der Präsentation der Amaro Drom-Studie deutliche Worte für die Gangart der Behörden des Bezirks. „Die Nichtbeschulung ist das gravierendste Problem bei der Eingliederung von Roma“, stellte er fest. Das Thema müsse mit Dringlichkeit auf politischer Ebene behandelt werden, da es nicht sein dürfe, dass Kindern im schulpflichtigen Alter der Schulbesuch verwehrt bleibe. Kürzlich, wusste Mitbach zu berichten, habe sich der Neuköllner Migrationsbeirat mit einem Schreiben an Franziska Giffey, die amtierende Bildungsstadträtin, gewandt und um eine Stellungnahme gebeten. Nicht ausgeschlossen, dass das Thema bei der heutigen Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Schule behandelt wird.

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