Aufs falsche Pferd gesetzt

„The Key.to zieht nach Neukölln“ titelte die Business-to-Business-Plattform Fashion United dieser Tage. Das klingt nach einer Sensation und dem ultimativen thekey.to, neuköllnBeweis dafür, dass Neukölln tatsächlich in der Riege der hippen Berliner Bezir- ke  angekommen ist.

Doch die Verbindung zwischen Neu- kölln und der Öko-Mode- und -Life- style-Messe ist wahrlich nichts Neu- es: Schon bei der Premiere im Juli 2009 entschieden sich die THE- KEY.TO-Organisatoren von GREEN- affairs mit der Alten Post in der Karl- Marx-Straße für eine Location in Neukölln. Zudem haben sie ihr Büro seit eh und je alte kindl-brauerei, thekey.to, neukölln, greenaffairsnur eine Ecke weiter in der Ganghoferstraße. Von dort bis zum nächsten Spielort, der alten Kindl-Brauerei, wo die Messe vom 7. bis 9. Juli stattfinden wird, sind es wiederum nur ein paar hundert Meter.

Neu ist allerdings, was sich seit der letzten THEKEY.TO-Messe hinter den Kulissen von GREENaffairs getan hat: Frans Prins hat das innovative Neuköllner Unternehmen verlassen und auch für die Aussteller und Besucher soll sich mit der diesjährigen THEKEY.TO-Som- merausgabe einiges ändern.

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Glück auf und Prosit!

alte kindl-brauerei neukölln, berliner unterwelten e.v.,privatbrauerei am rollberg,wilko bereitSonnabendnachmittag im Schankraum der Privatbrauerei am Rollberg: Fast 25 interessierte Menschen genießen schon einmal ein frisch gezapftes Rollberg Hell oder Rot, während Daniel Markovics vom Berliner Unterwelten e. V. anhand von Lichtbildern mit einem Schnelldurch- gang durch rund 4.000 Jahre Bierbrau- geschichte seine  Führung durch das Kindl- Areal einleitet.

Von den Anfängen, die im Zweistromland zu finden sind, wird besonders auf den Artikel 108 des Codex Hammurapi hin- gewiesen, in dem die Anforderungen an Schankwirtinnen festgeschrieben sind. Dass das „Reinheitsgebot“ von 1516 und die „Études sur la bière“ von Louis Pasteur nicht ausgelassen werden, versteht sich von selbst. Nun lernen die Zuhörer, dass Bier deshalb ausschließlich aus Gerste gebraut wurde, um Weiterlesen

Noch im Schatten großer Messen: Neuköllns Kunstturm

Es künstlert gewaltig an diesem Wochenende in Berlin: Die internationale Kunst- messe art forum berlin lockt in die Messehallen am Funkturm, im Bezirk Mitte laden mehr als 40 Galerien zum Open Weekend ein, in Kreuzberg gastiert die STROKE.03 Urban Art Fair und in Neukölln der Berlin Art Tower.

berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereiBerlin Art Tower – das klingt, als dürfe oder müsse man hoch hinaus und die über 150 Stufen bis in die Spitze des berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereiTurms der alten Kindl-Brau- erei erklimmen, um dem Kunst- genuss zu frö- nen. Dem, das sei gleich vorab gesagt, ist aber nicht so. Doch zu sehen gibt es auch im Fuß des Turms genug.

Auf über 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren bei der dritten Berlin Art Tower noch bis zum 10. Oktober rund 100 berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauerei,arne lösekanninternationale Künstler Kostproben ihrer Arbeit.

Die zweifellos imposanteste zeigt der berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauerei,arne lösekannHamburger Ar- ne Lösekann:  Quer durch die ganze Kessel- halle zieht sich die schweben- de Treppe des Architekten und Künstlers. Wer allzu forsch in die Halle geht, wird eher in Kniehöhe spüren als sehen, was die weißen Objekte schweben und eine Treppe bilden lässt.

Erheblich kleinteiliger sind die Installationen anderer Künstler, die wie Lösekann die Besonderheiten der Umgebung nutzen und in der Kranhalle mit der Ar- chitektur der ehemaligen Brauerei spielen.

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Konventionelles Interieur umgibt dagegen die Werke in der Galeriehalle berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereider auf dem Kindl-Gelände beheimateten CoachingCulture Gallery. Weiße Stellwände verwehren den Blick auf dreckig graue Fabrik- berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereimauern und lenken ihn aufs Wesentliche: die so facetten- reichen und spannenden Bilder, Collagen und Objekte junger oder etablierterer Künstler

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17 Suppen bei der 1. Neuköllner Suppenfete

1. neuköllner suppenfete,akademie berlin-schmöckwitz,alte kindl-brauerei,neuköllnDas Wetter hätte eigentlich gestern nicht besser sein können. Die Temperaturen waren herbstlich, der Him- mel grau, dazu fegte ein strammer Westwind durch die Straßen – Eintopf-Wetter par excellence, wie gemacht für die 1. Neuköllner Suppenfete.

Trotzdem war keiner so richtig glücklich über die me- teorologisch geschaffenen Fakten. Auch die 1. neuköllner suppenfete,akademie berlin-schmöckwitz,alte kindl-brauerei,neuköllnAkademie Berlin-Schmöckwitz als Veranstalter nicht, die für das Fest nur eine Open Air-Planung hatte. 17 Neuköllner Initiativen und Hobby-Köche waren zum Gelände der alten Kindl-Brauerei gekommen, um ihre Süppchen  den kritischen Geschmacksnerven und Augen der Jury zu stellen. Die bestand einerseits aus den Besuchern der Fete und andererseits aus Lokal“prominenz“: Falko Liecke, Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Gesundheit, Jutta Weißbecker, Mitglied der Neuköllner SPD und ehemaliges Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, und Hüseyin Yilmaz, Gründer und Vorsitzender des Vereins Türkischer Unternehmer und Handwerker (TUH). Ebenso wie die Publikumsjury mussten sie Zettel ausfüllen, bei denen es galt, die geschmackliche Raffinesse, Konsistenz und 1. neuköllner suppenfete,akademie berlin-schmöckwitz,alte kindl-brauerei,neuköllndas Aussehen der Suppen zu bewerten.

Die Bandbreite der kulinarischen Kreationen aus aller Welt ließ kaum Wünsche offen. Sie reichte von Linsensuppe über paprika-/ingwerlastige Mitternachtssuppe, Sauerkohl-Rahmsuppe mit Choriza-Schaum, vegetarische Spätsommer-Minestrone bis hin zur Bunten Suppe. Letztere gehörte zu den ersten, die nicht mehr zu haben waren. Einzig an ihrer Beliebtheit lag das aber nicht. „Uns wäre fast der Marktstand um die Ohren geflogen und durchgefroren genug waren wir auch“, erklärt Michaela Hartmann aus der Koch-Crew vom Gemeinschaftshaus Morus 14 e. V., die das farbenfrohe Rezept ausgetüftelt hatte.

gewinner der 1. neuköllner suppenfete,akademie berlin-schmöckwitz,alte kindl-brauerei,neuköllnEinen Platz unter den drei belieb- testen Suppen schaffte sie nicht. Die- se Ehre wurde der Rote Bete-Apfel- und der Kürbis-Kokos-Suppe zuteil; sie landeten auf dem Bronze- und Silberrang. Den ersten Preis gewann die Linsensuppe des Integrations- vereins ImPULS e. V. aus der Gro- piusstadt. Außer einer Urkunde gab es als Belohnung 10 Gutscheine für ein Essen im Neuköllner Ausbildungsrestaurant des Suppenfete-Veranstalters.

Der ist mit der Premiere des Events, das auf das mit 10.000 Euro geförderte  Stärken vor Ort-Projekt „StadtTeilKüche“ aufmerksam machen sollte, durch und durch zu- frieden. „300 Besucher haben teilnehmer der 1. neuköllner suppenfete,akademie berlin-schmöckwitz,alte kindl-brauerei,neuköllnwir bisher gezählt“, sagte Akademie Schmöckwitz- Geschäftsführerin Birgit Domröse rund zwei Stunden vor dem Ende des Festes. „Wir würden’s gerne wieder machen“, kündigte sie an. Ob mit oder ohne finan- zielle Unterstützung sei unerheblich, da die Organisation und Ausrichtung der Suppenfete samt ihres kleinen kulturellen Rahmenprogramms ja nicht viel koste. Viele werden’s aber auch nicht gewesen sein, die – abgesehen von den Teilnehmern – durch den Kochwettbewerb von der „StadtTeilKüche“ erfahren haben.

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Wo einst Bier gebraut wurde

berlin business school,geplante privatuni neukölln,ehemalige kindl-brauereiAuf dem Gelände der ehe- maligen Kindl-Brauerei an der Werbellinstraße soll 2012 eine Privatuniversität eröffnen, berich- tete Mitte Mai die „Berliner Zei- tung“. Seitdem ist es still ge- worden, was den Fortschritt der Planungen der Neuköllner Ma- nagerschmiede „Berlin Busi- ness School“ betrifft. Und so wirklich überrascht das nieman- den, dem der von Wunschdenken geprägte Unterton der Meldung nicht verborgen blieb.

Die derzeit auffälligsten Bauarbeiten auf dem Gelände haben jedenfalls mit einer Privatuni gar nichts zu tun – in die ehemalige Kesselhalle an der Ecke Rollbergstraße zieht ein REWE-Supermarkt. Sicher nicht zur Freude der KAISER’S-Filiale im benachbarten Kindl-Boulevard.

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