Multiple Choice: Neuköllner Bildungsmesse zeigt Möglichkeiten für die Zeit nach der Grundschule auf

nbh-bildungsmesse-neukoellnWenn Berliner Kinder die Grundschule nach der 6. Klasse verlassen, stehen ihre Eltern vor der Entscheidung, ob der Nachwuchs eine Gesamtschule, ein Gymnasium oder eine andere Oberschule besuchen soll. Um Eltern und Kindern bei fragenkasten_karlsgartenschule_bildungsmesse-schillerkiez_neukoellnder Beantwortung dieser Schicksalsfrage ein wenig zu helfen, gab es in der Neuköllner Karlsgarten-Grundschule kürz-lich unter dem Titel „6. Klasse und dann?“ erstmals eine Bildungsmesse.

Für rund 2.000 Schülerinnen und Schüler in Neukölln beginnt im Sommer mit dem Übergang in die 7. Klasse ein neuer Lebensabschnitt. Auch auf das Leben der Eltern wirkt sich die Schulwahl der Kinder aus. Weiterlesen

Unter Strom und zum Abheben: Berufsorientierung an der Alfred-Nobel-Schule

alfred-nobel-schule neuköllnEs herrschte eine rege Betriebsamkeit am letzten Montag im 1. Obergeschoss der Alfred-Nobel-Schule am Britzer Damm. Schüler der Klasse 8b mit grünen Schürzen und eben-solchen Halstüchern wiesen den Weg, nahmen die Garderobe ab und bewachten das im Flur aufgebaute Büfett. Anlass war die feierliche Eröffnung eines für den Laien recht harmlos erscheinenden Paneels, das den Glanzpunkt des neu eingerichteten Elektrotechnik-Labors Weiterlesen

Neuköllner Schüler in Neuköllner Unternehmen (Teil 1)

Erkundungsbogen_tischlerei thieß neuköllnFür über 700 Jugendliche von fünf Neuköllner Schulen fiel der Unterricht am letzten Donnerstag aus. Statt Deutsch, Englisch oder Mathe zu büffeln, waren sie im Bezirk unterwegs, um sich in Neuköll- ner Betrieben umzusehen. Bereits zum dritten Mal hatte das Unternehmensnetzwerk Neukölln-Süd- ring e. V. einen Tag des offenen Unternehmens organisiert, an dem diesmal 25 Firmen verschie- denster Branchen teilnahmen.

Wir haben zwei Schülergruppen begleitet: Eine von ihnen besuchte die Tischlerei Thieß, die 1950 als Familienbetrieb gegründet wurde und es bis heute ist; die andere bekam die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Mercure Hotels Berlin Tempelhof Air- port zu gucken.

In der Niemetzstraße ist in einem typischen Gewer- behof dieses Industriegebiets auch die Tischlerei Thieß angesiedelt. Drei Mädchen und zwei Jungen einer 9. Klasse der Alfred-Nobel-Schule haben sich überpünktlich vor der Werkstatt eingefunden und werden von Michael Thieß, dem Weiterlesen

Vampire im Heimathafen Neukölln

premiere "edward, nosferatu und ich", heimathafen neukölln, jugendtheater tortuga, foto: anna sinnlosOkay, ich war auf Vampire vorbereitet, dieser Tage bei der  Premiere  von „Edward, Nosferatu und ich“. Als ich dann aber das Studio des Heimathafen Neukölln betrete und mitten auf der Bühne ein Sarg steht, bin ich premiere "edward, nosferatu und ich", heimathafen neukölln, jugendtheater tortuga, foto: frifaberdoch kurz irritiert. Aus den Laut- sprechern dröhnt ein unheimlicher Ton, und die vier Darstel-lerinnen  vom  Ju- gendtheater Tortuga stehen jeweils rechts und links vom Sarg, mit dem Rücken zum Publikum. Ich fühle mich direkt in Bann gezogen und warte gespannt – bis endlich das komplette Publikum sitzt – wie es nun weiter geht.

Die vier Neuköllner Mädels der Britzer Alfred-Nobel-Schule, mit denen der Heimathafen seine Zusammenarbeit mit Neuköllner Jugendlichen fortsetzt, prügeln, premiere "edward, nosferatu und ich", heimathafen neukölln, jugendtheater tortuga, foto: frifabertanzen und zucken über die Bühne. Und sie teilen ihre Zukunftsträume von „in den USA leben wollen“ bis „Vater umbringen wollen“ mit uns. Wir erfahren wie sie zu Vampiren wurden, sehen   bedrückende Videosequen- zen und hören von Mobbing, Miss- brauch, ignoranten Erwachsenen und dem Wunsch,  einfach nur dazu- gehören und nicht auffallen zu wollen. Schul- und Lebensalltag, nicht nur in Neukölln.

Auch einen Ausflug in eine rassistische Erwachsenenwelt, mit deprimierenden Aussichten auf Jobcenter- und Behördengänge und einen Theaterbesuch machen wir mit den Vieren und können so einen Blick auf die Zukunftsängste dieser premiere "edward, nosferatu und ich", heimathafen neukölln, jugendtheater tortuga, foto: frifaberpremiere "edward, nosferatu und ich", heimathafen neukölln, jugendtheater tortuga, foto: frifaberGeneration werfen. „Krie- chen, nicht rennen!“ ist  deren Devise. Am Ende finden wir die Kasperle- puppen, die die Erwach- senen darstellen, in einer Blutlache wieder und es grinsen uns diabolisch vier blutverschmierte Vampirellas an, denen der frenetische Applaus des Premieren-Publikums fast etwas unangenehm ist.

premiere "edward, nosferatu und ich", heimathafen neukölln, jugendtheater tortuga, foto: frifaberAlles in allem war ich in diesem, mit knapp 50 Minuten recht kurzem Stück, vom Anfang bis zum Ende gefesselt und fand kleinere Patzer, Text- stolperer oder Kicherattacken der Vampirdamen eher charmant als störend. Es ist gutes Schultheater, und für 3 Euro Eintritt, kann man sich leicht in eine nicht ganz so andere Welt entführen lassen.

Weitere Vorstellungen: am 13., 14. und 15. Juni jeweils um 20 Uhr im Studio des Heimathafen Neukölln

=Anna Sinnlos=