Wer war Franz Künstler, an den eine Berliner Straße erinnert und der nun auch wieder eine Gedenktafel bekommt?

franz kuenstler_buchcover ingrid fricke_vbbAn die SPD-Politiker Ernst Reuter und Carlo Mierendorff wird an prominenter Stelle im Berliner Stadtbild erinnert. Schon weniger bekannt sind Siegfried Aufhäuser und der nach ihm benannte Platz am S-Bahnhof Sonnenallee. Sie alle waren politische Weggefährten von Franz Künstler, dem im Jahr 1960 – 18 Jahre nach seinem Tod – die Franz-Künstler-Straße gewidmet wurde.

Die frühere Lehrerin und promovierte Historikerin Dr. Ingrid Fricke hat sich jahrelang intensiv mit dem Leben und politischen Wirken von Franz Künstler beschäftigt, der den Großteil seines Lebens in Neukölln gewohnt hat. Sie hat auch über ihn am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin promoviert und das Buch „Franz Künstler (1888 – 1942) – eine Weiterlesen

„Sie war eine coole Sau!“

tim renner_gedenktafel-enthüllung inge meysel_berlin-schönebergEs waren ungefähr 50, überwiegend ältere Menschen, die sich gestern Nachmittag vor dem Haus Heylstraße 29 im Bezirk Schö- neberg versammelten, um bei der Enthül- lung der Gedenktafel für Inge Meysel an- wesend zu sein. Als erster Redner würdig- te Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner die gebürtige Neuköllnerin. Dass während der kurzen Ansprache die vor der Gedenk- tafel angebrachte Hülle herunter fiel, sich die Tafel also selber enthüllte, kommen- tierte Renner spontan mit  „Dies hätte Inge Meysel sicher gefallen!“. Mit der Einschät- zung lag er sicher nicht falsch. Ob es der berühmten Schauspielerin aber gefallen hätte, vom Kulturstaatssekretär als „coole Sau“ bezeichnet zu Weiterlesen

Berlin würdigt eine berühmte Neuköllnerin

geburtsurkunde ingeborg charlotte hansenAls sie am 30. Mai 1910, „früh so um acht Uhr herum“, geboren wurde, hieß Neu- kölln noch Rixdorf, der nördliche Teil der Karl-Marx-Straße noch Berliner Straße und sie  Ingeborg Charlotte Hansen. Unter der Register-Nummer 699 dokumentierte der Standesbeamte des Königlichen Stan- desamts II Rixdorf, dass Margarete Han- sen, die nicht nur keinen Beruf, sondern überdies keinen Ehemann hatte, Mutter einer Tochter geworden war. Das sei anders geplant gewesen, schrieb eben die in ihrer 1991 erschienenen Autobiographie „Frei heraus – Mein Leben“. Doch die vor- herige Hochzeit scheiterte daran, dass die Papiere der Dänin Margarete Hansen nicht rechtzeitig aus deren Heimat in Berlin ankamen. „Meine Eltern“, so Weiterlesen

Wer, was, wann, wo: Neues Portal führt durch Berlins Gedenktafeln-Dschungel

Es gibt so’ne und solche – das galt bisher auch für Gedenktafeln, die an Berliner will meisel-gedenktafel_neuköllnHauswänden angebracht wurden, um an Menschen zu erinnern. Da gab es so’ne wie die für Will Meisel oder Georg Kantorowsky, die – beide in Neukölln hängend – jacky spelter-gedenktafel, sanderstraße neuköllnzum Berliner Gedenktafeln-Programm des Senats  ge- hören, einheitlich designt und übersichtlich aufgelistet sind. Und dann ehemalige synagoge isarstraße 8 neukölln, berliner gedenktafel georg kantorowskygab es solche wie beispielsweise die für Jacky Spelter, die von Angehörigen oder Freunden der Verstorbenen finanziert wurden und keinen optischen Richtlinien unterliegen. Um sie im Stadtbild ausmachen zu können, musste man die genaue Adresse, wo sie angebracht wurden, in Erfahrung bringen. Oder zufällig darauf stoßen.

Mit diesem Ungleichgewicht ist es nun vorbei. Heute wurde das neue Internetportal Gedenktafeln in Berlin vorgestellt. Die von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand herausgegebene Website listet aktuell 2.829 Orte des Gedenkens im gesamten Stadtgebiet – davon 83 in Neukölln – auf, die nach Personen, Ereignissen oder Adressen abgerufen werden können. Neben der Möglichkeit, nach nicht mehr vorhandenen Gedenktafeln zu recherchieren, gibt es außerdem die, neue zu melden oder Informationen zu bereits archivierten Tafeln zu ergänzen.

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