Viele Arbeitslose und viel zu wenig Ausbildungsplätze in Neukölln

„Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Oktober kräftig gesunken. Nach wie vor zeigen sich am Arbeitsmarkt aber deutliche Spuren der ersten Welle der Corona-Pandemie“, erklärte mit Blick auf die Situation in ganz Deutschland Detlef Scheele, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, am Donnerstag auf seiner monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg. In Berlin gab es im Oktober 204.792 Arbeitslose, das entspricht einer Arbeitslosenquote von Weiterlesen

Schwarz-gelbe Erfolge und die Neuköllner Wirklichkeit

Vor allem für ihre Erfolge bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wollte sich Angela Merkel (CDU) bei der gestrigen Haushaltsdebatte im Bundestag abfeiern lassen. Der Arbeitsmarkt sei robust, sagte sie, die Arbeitslosigkeit wieder auf das Niveau vor der Krise gesunken. Als „Erfolg der christlich-liberalen Koalition“ wertete die Bundes- kanzlerin, dass die Zahl der Arbeitslosen 2005 bei fast fünf Millionen gelegen habe und noch in diesem Jahr die 3-Millionen-Marke mutter und kind, clipartunterschreiten könnte.

Angesichts folgender Zahlen sollte die Feier von Merkel, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der gelobten schwarz-gelben Koalition allerdings ein jähes Ende finden:

6.416 Alleinerziehende waren, wie aus einem uns vorliegenden Papier hervorgeht, im Juli dieses Jahres im Bereich Berlin-Süd arbeits- los gemeldet – 503 davon bei der Agentur für Arbeit und 5.913 beim JobCenter Neukölln.

Fünf Jahre zuvor waren es noch 1.964 Alleinerziehende, die  ob ihrer Arbeitslosigkeit dem Kundenkreis vom JobCenter Neukölln angehörten. Wohlwollend abgerundet bedeutet das eine Steigerung von 200 Prozent. Ein wahrlich fulminanter Erfolg!

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