Abbas schon dagewesen

Und dann kommt man ins Deutsche Auswandererhaus und stellt fest: Einer, der nach

abbas khider_dah bremerhaven

Neukölln eingewandert ist, war schon da – der Schriftsteller Abbas Khider.

Neuköllner sind überall

literaturbahnhof, buchmesse frankfurt/main, frankfurt hbfOb Neukölln überall ist, sei mal dahingestellt. Auf sichererem Eis bewegt man sich da aller Wahrscheinlichkeit nach mit der These, dass frankfurt/mainNeuköllner überall sind. In Frankfurt/Main bei- spielsweise, wo seit vor- gestern und noch bis übermorgen die Buch- messe stattfindet. Heute hat dort Neuköllns Be- zirksbürgermeister Heinz Buschkowsky am Ull- stein-Stand seinen gro- ßen Auftritt. Was er von Mainhattan alles nicht sehen  wird – die Zeil mit  ihren Baustellen und futuristischen  Shoppingtempeln, die

zeil, frankfurt/mainbaustelle zeil, frankfurt/mainmy zeil, frankfurt/main

konstablerwache, frankfurt/mainmaritim hotel, frankfurt/main messegeländemy zeil, frankfurt/main

bockenheimer warte, messeturm, frankfurt/mainSkyline aus Perspektiven fernab des Messegeländes und die Kaffee-Rösterei Wissmüller in einem Hinterhof der Leipziger Straße im Stadtteil Bockenheim bei- kaffee-rösterei wissmüller, bockenheim, frankfurt/mainspielsweise – zei- gen wir hier, Busch- kowsky bei seinem Buchmesse-Promo-Marathon aber nicht. Denn es reicht ja, wenn heute ein Neuköllner bei der Buchmesse ist.

=ensa=

Geschlossene Gesellschaft?

Ich war zu meiner Freundin und Lebensgefährtin Monika unterwegs. Die Anzeigetafel auf der S-Bahnstation informierte mich, dass der zweite Wagen des S-Bahn-Zuges geschlossen sei. Gut zu wissen. Dann brauchte ich nur noch darauf zu achten, welche Türen defekt sind; zu erkennen an den roten Aufklebern darauf.

Für mich unverständlich, weshalb man darüber nicht gleich auf der Anzeigetafel mit informiert. Es könnte doch einfach angezeigt werden, dass zum Beispiel die dritte, siebte und achte Tür des S-Bahn-Zuges defekt sind. Wozu hat man denn solch eine moderne Technik an den S-Bahnstationen eingeführt? Die muss man doch nutzen. Dann vielleicht noch darauf hinweisen, dass man die Bier- lache unter dem zweiten Sitz im dritten Wagen mit Sandalen möglichst meiden sollte, und man könnte sich prima auf die S-Bahnfahrt einstellen. Leider blieb es jedoch bei der unvollständigen Information, dass der zweite Wagen des S-Bahn Zuges geschlossen sei.

Auf die Plätze neben mir im ersten Wagen setzte sich ein Paar mit ihrem etwa 12 Jahre alten Sohn, der sich nach dem Hinsetzen sofort mit seinem Gameboy beschäftigte. Sein Vater stellte eine, wie mir zuerst schien, rein rhetorische Frage, denn er sagte: „Weshalb lassen die uns denn nicht in den zweiten Wagen?“ Ohne von seinem Gameboy aufzublicken, meinte sein Sohn: „Vielleicht fährt mit dem die Regierung.“ Eine originelle Idee. Angela Merkel, Guido Westerwelle und das ganze übrige Kabinett steigen irgendwo auf der Strecke von Tempelhof nach Neu- Westend in den zweiten Wagen der S-Bahn ein. Und wenn alle drinsitzen steigt an der nächsten Station ein „Motz“-Verkäufer zu. Und wenn das Kabinett vorhat, sogar eine ganze Runde mit der Ringbahn zu drehen, dann lernen sie, dass manche störenden Geräusche nicht durch einen Schaden an der S-Bahn entstehen, sondern dadurch, dass leere Bierflaschen durch den Wagen rollen. Ich fand es jedenfalls sehr bedauerlich, dass bis Neu-Westend nicht ein einziges Mitglied der Regierung in den zweiten Wagen eingestiegen ist.

=Reinhold Steinle=

Reinhold Steinle moderiert morgen Popráci, das Rixdorfer Strohballenrol- len am Richardplatz in Neukölln. Die nächsten Termine für seine Stadt- führungen  durch  Neuköllner  Kieze  sind  hier  aufgelistet.

Rätselhaftes Wrack am Straßenrand

innsbrucker platz, berlin-schöneberg, foto: reinhold steinleNeuköllns prominentester Stadtführer Reinhold Steinle ist nicht nur häufig in den Neuköllner Kiezen unterwegs (z. B. morgen ab 15 Uhr in der Gegend rund um den Richardplatz). Auch in an- deren Berliner Bezirken kann man ihm oft begegnen. Dort hat er allerdings nie sein Erkennungszeichen, die Gerbera, dabei, meis- innsbrucker platz, berlin-schöneberg, foto: reinhold steinletens aber seine Digitalkamera.

Mit der machte er vor drei Tagen in Schöneberg am Innsbrucker Platz diese Bilder, die er dem FACETTEN-Magazin zumailte. Welcher Umstand zur weitgehenden Zer- störung des Fahrrads führte, ist Reinhold Steinle ein Rätsel. Möglich, dass es sich um einen Kollateralschaden der in Berlin wütenden Autoabfackler handelt oder hier Trittbrettfahrer an einem unmotorisierten Zweirad für das große Inferno geübt haben.

Sicher ist Steinle jedoch: “Von allein brennt kein Fahrrad! Zum einen ist die Hitze hier nicht stark genug und zum anderen regnet es dann gleich wieder.”

=ensa=

Meer oder weniger

tag des meeres

Heute ist der Tag des Meeres. Zwar liegt Neukölln zugegebenermaßen vom nächsten Meer ein ganzes Stück entfernt, aber es gibt doch manches, was den Bezirk mit dem Meer verbindet: das Ostsee-Ticket der Deutschen Bahn beispielsweise. Oder der Nordsee-Zufluss, nach dem die Weserstraße benannt wurde. Oder auch Nis-Momme Stockmann, dessen Stück “Das blaue, blaue Meer” mehrfach im Heimathafen Neukölln aufgeführt wurde. Der 29-Jährige, derzeit einer der angesagtesten jungen Dramatiker der deutschen Theaterlandschaft, kommt quasi aus dem Meer (er stammt von der Nordsee-Insel Föhr) und wohnte einige Zeit in Neukölln.

=ensa=

Von Neukölln nach Mainhattan

Vor fünf Jahren war die erste, 2008 die zweite und im letzten Jahr die dritte Woche der Sprache und des Lesens in Neukölln. Derzeit sitzt das Organisatoren-Team um woche der sprache und des lesens in neuköllnInitiator Kazim Erdogan daran, die nächste Sprachwoche vorzubereiten, die 2012 in der ersten September-Woche stattfinden soll – und das nicht nur in Neukölln, sondern  in ganz Berlin. Dass Christina Rau die Schirmherrschaft übernehmen wird, steht auch bereits fest: Für die Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau ist es – nach dem für den Campus Rütli – der zweite Eh- renvorsitz für ein Neuköllner Projekt.

So weit ist man beim Verein Sprich! in der Banken- metropole Frankfurt noch nicht. Doch Jannis Plastargias und Georgette Carbonilla sind als treibende Kräfte der Idee, dem Neuköllner Original nacheifern zu wollen, wild entschlossen  eine Woche der Sprache und des Lesens in  Frankfurt auf die Beine zu stellen.

=ensa=

Ein Hauch von Neukölln

Auf gewisse Dinge muss man auch fernab Neuköllns nicht verzichten: Die Standards in puncto Vermüllung und Einrüstung halten auch kleinere Städte locker, ohne dass groß danach gesucht werden muss.

_ensa_

Reisen bildet

Auch wenn die Aversion gegen’s Packen noch so groß ist – es lohnt sich doch immer wieder, sie dann und wann mal zu überwinden.

Mit einem gewissen Abstand relativiert sich ja vieles und man erkennt: Woanders sieht’s noch abgerockter aus als in Neukölln.

_ensa_

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