„Chom5ky vs. Chomsky“: Eine spielerische Unterhaltung über künstliche Intelligenz

„Künstliche Intelligenz ist in unserem modernen Leben allgegenwärtig. Wir müssen lernen, sie zu verstehen. Eine gesellschaftliche Kontrolle über die Anwendung der künstlichen Intelligenz ist dringend erforderlich.“ Das sind die drei Kernaussagen der künstlerischen Arbeit von Sandra Rodriguez (M.), die Kreativdirektorin und Produzentin für interaktive, VR-, XR-, KI- und immersive Kunstwerke ist. Die Regisseurin, Produzentin und Soziologin leitet am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die erste offizielle Klasse für „immersive Mediengestaltung“. Die MIT-Dozentin beschäftigt sich mit virtuellen Realitäten, die den Nutzerinnen und Nutzern durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die Illusion vermitteln, dass die Kulisse, in die sie eintauchen, ein lebensechter Raum ist. In jahrelanger Arbeit, die in einem Video aus dem Mai 2021 dokumentiert wurde, entwickelte Rodriguez den virtuellen Erlebnisraum „Chom5ky vs. Chomsky“, dessen Prototyp sie während des Sundance Film Festivals – New Frontier 2020 in Utah präsentierte. Am vergangenen Freitagmittag wurde die interaktive Ausstellung „Chom5ky vs. Chomsky: A playful conversation on AI“ im Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst als Teil der Berlin Science Week in englischer Sprache uraufgeführt.

Vor der Premiere stellten Sandra Rodriguez, Marie-Pier Gauthier (l.) und Louis-Richard Tremblay (r.) vom National Film Board of Canada (NFB) sowie Sebastian Huber (2.v.r.), Mitbegründer des in Berlin ansässigen Studios Schnelle Bunte Bilder, ihre deutsch-kanadische Gemeinschaftsproduktion in einem Pressegespräch vor. Noam Chomsky, Linguist, Jahrgang 1928, ist eremitierter Professor. Der Philosoph, Sozialkritiker, Historiker und politische Aktivist wurde für seine Arbeiten in der Linguistik und in der Kognitionswissenschaft weltberühmt. „Als einer der bedeutendsten lebenden Intellektuellen hat Chomsky eine Flut an Daten hinterlassen, die ausreicht, um das KI-System ‚Chom5ky‘ auf der Grundlage seines Vermächtnisses zu entwickeln“, erklärte Rodriguez. Chomsky selbst stehe den Versprechungen der KI skeptisch gegenüber. Das KI-System „Chom5ky“ sei deshalb der geeignete Begleiter, um die Besucherinnen und Besucher zu ermutigen, alles zu hinterfragen, was sie im virtuellen Raum sehen. So könnten sie zur Entmystifizierung der künstlichen Intelligenz beitragen. „Nur wenn wir die künstliche Intelligenz verstehen, können wir sie gesellschaftlich kontrollieren“, lautet das Credo der Kanadierin aus Quebec.

Die Ausstellungsbesucher betreten im Maschinenhaus M0 des Kindl zunächst einen Warteraum mit riesigen Projektionswänden, hinter denen drei abtrennte Abteilungen liegen. In den identischen Abteilungen sind jeweils vier VR-Datenhelme mit klobigem Visier, Kopfhörern und Mikrofon vorhanden. Sie schirmen ihre Träger von der äußeren Umgebung weitgehend ab und ermöglichen ihnen, in einem wüstenähnlichen Erlebnisraum sowohl mit der virtuellen Informationssäule des KI-Systems „Chom5ky“ als auch untereinander in Kontakt zu treten. Auf Englisch können die Besucherinnen und Besucher mit der Säule über künstliche Intelligenz, Daten und Algorithmen sprechen oder mit den drei anderen Besuchern ihrer jeweiligen Abteilung interagieren.

„Was kann künstliche Intelligenz nachahmen und wiederholen? Was können wir von Maschinen lernen?“ Die mit „Chom5ky vs. Chomsky“ vermittelte Virtual-Reality will Versprechen und Möglichkeiten, aber auch Hindernisse, Tücken und Gefahren künstlicher Welten erfahrbar machen. Das eindrucksvolle Experiment verspricht jenen den größten Erkenntnisgewinn, die neugierig und im Umgang mit VR und AI bereits erfahren sind. Allen, für die „artificial intelligence“ und „virtual reality“ noch Neuland sind, bietet „Chom5ky vs. Chomsky“ eine künstliche Welt, die weder dystopisch noch beängstigend ist, sondern zur Auseinandersetzung mit einer bereits allgegenwärtigen Technologie anregen will. Die interaktive Ausstellung „Chom5ky vs. Chomsky: A playful conversation on AI“ soll nach ihrer Premiere in Berlin auf eine internationale Tournee gehen. An deren Ende soll „Chom5ky“ zumindest auch Französisch und Deutsch beherrschen können.

„CHOM5KY vs CHOMSKY: A playful conversation on AI“
Bis 20. November 2022
Täglich 12 bis 19 Uhr
Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3
12053 Berlin

Preise Regulär: 24,- Euro
Ermäßigt: 18,- Euro
Kind: 12,- Euro

Zeitfenster-Tickets: Der Eintritt zur VR Experience erfolgt über vorab online zu buchende Tickets für ein Zeitfenster
Der Aufenthalt ist danach zeitlich unbegrenzt möglich

Die VR-Experience ist in englischer Sprache
Altersbeschränkung ab 12 Jahren

Einlassinformation Die VR-Experience kann bei Menschen mit lichtempfindlicher Epilepsie möglicherweise Anfälle auslösen. Es besteht die Empfehlung zum Tragen einer FFP2-Maske.

=Christian Kölling=

 

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