Gedenken an die Pogromnacht 1938 in Neukölln

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich jüdische Gotteshäuser in Brand gesteckt. Jüdische Häuser, Geschäfte und Wohnungen wurden verwüstet oder geplündert.  Viele Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet oder verschleppt. Dieses Pogrom wurde wegen der vielen zerschlagenen Fensterscheiben und der unzähligen Feuer auch Reichskristallnacht genannt. Es war ein Vorbote für die Ermordung von mehr als sechs Millionen europäischer Juden. In der Neuköllner Isarstraße 8 legten die Gewalttäter, die scheinbar spontan, in Wahrheit aber zentral geplant handelten, die 1907 eingeweihte Synagoge des Israelitischen Brüder-Vereins zu Rixdorf in Schutt und Asche.

Die Genezarethkirche am Herrfurthplatz erinnert am kommenden Mittwoch, 9.11., mit einem Konzert des Trios OrgaVoce und einer Lesung ab 19 Uhr an die gewalttätigen Ereignisse. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung findet ein gemeinsamer Gedenkweg zu Stolpersteinen im Umfeld der Kirche statt. Pfarrer Alexander Höner erinnert an die Schicksale der Menschen, die an diesen Orten verfolgt, ermordet, deportiert wurden.

Das Trio OrgaVoce gestaltet ein Konzert mit alter und neuer Musik jüdischer Komponistinnen und Komponisten. Es erklingen Alte Musik des jüdisch-italienischen Komponisten Salamone Rossi, Terzette, begleitete Solostücke oder Duette von Fanny Hensel, Dmitrij Schostakowitsch, Hanns Eisler, Viktor Ullmann, Felicitas Kuckuck, unter anderem mit Lyrik von Selma Meerbaum-Eisinger bis hin zu Chansons von Friedrich Hollaender und Georg Kreisler.

Gedenkveranstaltung an den 9. November 1938

9. November 2022, 19 Uhr
Genezarethkirche, Herrfurthplatz 14, 12049 Berlin
Musik: Trio OrgaVoce (Laura Barchetti, Sopran / Helen Ispirian, Mezzosopran / Karolina Juodelyte, Orgel)
Leitung: Pfarrer Alexander Höner (Interkulturelles Zentrum Genezareth)

Der Eintritt ist frei.

=Christian Kölling

 

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