3. Inklusives Tanzfestival im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt

Neuköllner Schulen führten am frühen Freitagabend vergangener Woche im kleinen und im großen Saal des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt beispielhaft vor, wie junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sich gleichberechtigt begegnen und zusammen tanzen können. Bei insgesamt sechs Aufführungen zeigten 45 tanzfreudige Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zehn und 17 Jahren, die das Albrecht-Dürer-Gymnasium, die Walter-Gropius-Gemeinschaftsschule oder das Sonderpädagogische Förderzentrum Schule am Bienwaldring besuchen, was in ihnen steckt. Unter dem Motto „Tanz trifft Kunst“ ging das Festival diesmal eine Kooperation mit der in Potsdam lebenden Künstlerin Lisa Seebach ein. In der Auseinandersetzung mit ihren Installationen und Skulpturen entwickelten die Schülerinnen und Schüler mit professioneller Unterstützung individuelle und kollektive Choreografien.

Als Gastgruppe unterstützte „DieTanzKompagnie“ von Grègory Darcy das inklusive Tanzfestival. Die Mitglieder der Esslinger Gruppe performen -mit und ohne Handicap- neue Formen im zeitgenössischen Tanz. Sie haben sich ebenfalls mit den Arbeiten von Lisa Seebach tänzerisch auseinandergesetzt. Friederike Jentsch und Kia Paasch riefen 2019 das Tanzfestival ins Leben. Beide lernten sich auf einer Weiterbildung kennen, die die Tanztangente in Kooperation mit der Universität der Künste in Berlin ausrichtete. „Als leidenschaftliche Lehrkräfte und Tanzpädagoginnen an Neuköllner Schulen haben sie sich zum Ziel gesetzt, die kulturelle Bildung und insbesondere den Zeitgenössischen Tanz an Schulen im Bezirk zu stärken“, wird auf der Webseite des Tanzfestivals erklärt. Auch der Cellist Frank Wolff, der sich bei den Golden Gorkis für inklusive und generationsübergreifende Theaterarbeit engagiert, nahm an der Aufführung in der Gropiusstadt teil.

Die Schirmherrschaft des 3. Inklusiven Tanzfestivals hatte wieder Bildungsstadträtin Karin Korte übernommen. Im vergangenen Corona-Jahr 2021 produzierte Christina Voigt mit 48 tanzfreudigen Kindern und Jugendlichen während und kurz nach der mehrmonatigen Homeschooling-Phase den inklusiven einstündige Dokumentarfilm „Neukölln tanzt!“. Diesmal begleitete die Berliner Dokumentarfilmerin sowohl das Tanzfestival als auch einen vorangegangenen Workshoptag mit dem Choreografen Darcy filmisch. Gefördert wurde das tanz-künstlerische Dokumentarfilmprojekt unter anderem vom Schul- und Sportamt des Bezirks Neukölln.

=Christian Kölling=

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