Sozialstadtrat Liecke fordert höheren Tagessatz für Notübernachtung

Zum Start der Kältehilfe in Berlin am 1. Oktober kritisierte Neuköllns Sozialstadtrat Falko Liecke die Pläne des Senats, den Tagessatz für eine Notübernachtung bei 17,10 Euro zu belassen. „Die tatsächlichen Kosten für eine Übernachtung in der Kältehilfe lagen 2021 bei bis zu 53 Euro pro Übernachtung und im Median aller Bezirke bei 32 Euro“, erklärte Liecke vor einigen Tagen. „Der Senat muss das endlich realisieren und statt ständiger Ausnahmeregelungen eine solide und verlässliche Finanzierung der Kältehilfe mit realistischen Tagessätzen von mindestens 26 Euro ermöglichen“, forderte der Sozialstadtrat in einer Pressemitteilung.

Die Kältehilfe müsse als Bestandteil der Wohnungslosenhilfe mit seriöser Finanzierung und echten Qualitätsstandards Teil der Regelversorgung werden. „Es kann nicht sein, dass Berlin das Überleben von Menschen im Winter von Ehrenamt, Spendengeldern und dem Hoffen auf einen milden Winter abhängig macht. Die Kältehilfe muss als niedrigschwelliger Zugang in die Regelsysteme der sozialen Sicherung begriffen werden“, sagte Liecke. Dies schließe qualifizierte Sozialarbeit vor Ort, bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung und einen fließenden Übergang in die ganzjährige Wohnungslosenhilfe mit ein. Die Kältehilfe bleibe ein absolutes Notsystem. Solange die Vermittlung von eigenem Wohnraum an obdachlose Menschen an fehlenden Wohnungen in Berlin aber scheitere, sei ein dauerhaft bedarfsdeckendes Angebot jedoch notwendig. „Mit weniger als einer Million Euro für alle Bezirke könnten mehr Plätze angeboten werden, Ehrenamtliche entlastet und die Qualität der Versorgung erhöht werden“, so Liecke.

=Christian Kölling=

 

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