Kosten für Klimafolgen in Berlin und in Neukölln

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war das Land Berlin gemeinsam mit dem Saarland im Sommer 2022 die wärmste Region in Deutschland. „Neben hohen Temperaturen setzten zusätzlich ausbleibende Niederschläge und damit einhergehende Trockenheit der menschlichen Gesundheit, aber vorrangig dem Landeswasserhaushalt und dem Berliner Stadtgrün, zu.“ Das teilte die Berliner Umweltverwaltung dem Abgeordneten Danny Freymark (CDU) gleich zu Beginn einer über 20-seitigen Antwort auf seine Schriftliche Anfrage (Drucksache 19 / 13095) „Kosten für Klimafolgen in Berlin“ kürzlich mit. In Folge des lang anhaltenden Niederschlagsdefizits und der Hitze im Sommer sei der Landschaftswasserhaushalt sehr angespannt. „Bis Ende August 2022 baute sich ein erhebliches Niederschlagsdefizit auf, u.a. bedingt durch einen fast niederschlagsfreien März 2022 und weit unterdurchschnittliche Niederschläge im Mai und Juni“, antwortete Staatssekretärin Dr. Silke Karcher und ergänzte, dass das Wasserportal Berlin einen Überblick über die Wasserstandsentwicklung gibt.

Das Bezirksamt Neukölln, das ebenso wie die anderen Bezirksämter zusätzlich um eine Einschätzung der lokalen Situation gebeten worden war, erklärte: „Aus Sicht des Bezirks sind die Auswirkungen teilweise katastrophal. Die monatelangen Trockenphasen, gerade auch in Kombination mit den sehr trockenen Frühjahrswochen zeigt sich deutlich an der schlechten Vitalität im Neuköllner Stadtgrün.“ Insbesondere der Baumbestand habe gelitten. Mindestens 30 Prozent aller Bäume seien durch Trockenschäden gekennzeichnet, mit zunehmender Tendenz. Bei episodischen Niederschlägen würden nur die obersten Zentimeter des Bodens benetzt. In der Tiefe sei es aber meist bis vier oder fünf Metern vollständig trocken. „Um darauf reagieren zu können, fehlen den zuständigen Bereichen finanzielle sowie personelle Mittel“, beklagte der Bezirk. Weiterhin müssten Jungbäume momentan bis in das zehnte Standalter gewässert werden, um die Ausfallquote gering zu halten. Auch dies sei nur mit sehr viel Engagement der Mitarbeitenden ansatzweise möglich.

„Die Klimaveränderungen der letzten Jahre sind auch in Berlin zunehmend spürbar und anhand verschiedener Indikatoren messbar“, antwortete Staatssekretärin Karcher auf die zweite Frage des Abgeordneten Freymark. Ein Klimafolgenmonitoring, das Berlin seit 2016 betreibt, ist für die Öffentlichkeit auf der Webseite von Dibek Berlin  einsehbar. In den letzten Jahrzehnten sei in Berlin ein deutlicher Erwärmungstrend erkennbar, welcher sich vor allem durch eine Zunahme von warmen Tagen bei gleichzeitiger Abnahme von kalten Tagen widerspiegele. Bei Niederschlägen gehe der Trend hin zu längeren Trockenphasen mit anschließenden Starkregenereignissen.

„Das Stadtgrün ist zentral für die städtische Hitzevorsorge. Dem aufgezeigten Mehrbedarf an Grün steht jedoch eine Abnahme an pflanzenverfügbarem Wasser gegenüber“, beschreibt die Umweltverwaltung ein grundlegendes Dilemma der Anpassung an den Klimawandel. Integrierte Konzepte des Regenwassermanagements im Sinne des Schwammstadt-Prinzips werden für den ressourcenschonende Umgang mit Wasser immer wichtiger werden. „Die Resilienz des Stadtgrüns kann weiterhin durch die Berücksichtigung der Empfehlungen des ‚Handbuchs Gute Pflege – Pflegestandards für die Berliner Grün- und Freiflächenpflege‘ gesteigert werden“, empfahl Karcher.

Das Bezirksamt Neukölln wies darauf hin, dass die technische Ausstattung für die Wässerung von Grünanlagen und Bäumen im Straßenland verbessert worden sei. „Dazu gehört die Beschaffung von Wassertanks, Anhängern aber auch Löschwasserspritzen, welche bei entsprechend vorhandenen Druck in der Leitung sehr schnell große Baumbestände mit Wasser versorgen können“ konkretisierte der Bezirk. Themen wie Regenwassermanagement, der Zustand der stehenden Gewässer II. Ordnung und die Berliner Bodenschutzkonzeption stünden ebenfalls im Fokus.

„Klimaresiliente Hasenheide“ – Vorstellung des aktuellen Planungsstandes

Donnerstag, 6. Oktober, ab 16 Uhr,
Freiluftkino in der Hasenheide

Mit dem Projekt „Klimaresiliente Hasenheide“ soll der Volkspark Hasenheide für die Zukunft vorbereitet werden. Das Bezirksamt Neukölln informiert regelmäßig über den Fortschritt des Projektes. Nach einer ersten Veranstaltung im Mai werden nun der fertige Pflege- und Entwicklungsplan sowie die Objektplanung im Entwurf vorgestellt.

=Christian Kölling=

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