Kidical Mass fordert kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht

“Wir wollen, dass sich alle Kinder und Jugendlichen sicher und selbständig mit dem Fahrrad bewegen können.“ Mit dieser Botschaft ruft das bundesweite Aktionsbündnis Kinder aufs Rad am Wochenende zu Kinder-Raddemonstrationen in ganz Deutschland auf. Voraussichtlich werden zehntausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Fahrrädern, Laufrädern und Rollern in mehr als 160 großen Städten und kleineren Orten demonstrieren. In Neukölln startet die Kidical Mass am Sonntag, 25.9., um 14 Uhr an der Fontanestraße / Karlsgartenstraße. Die angemeldete Demonstration wird von der Polizei geschützt und begleitet. Sie wird in einem kindgerechten Tempo von circa 7 km/h gefahren, sodass sie für Kita- und Schulkinder zwischen vier und 12 Jahren gut geeignet ist. Die voraussichtliche Demoroute ist auf der Webseite von Changing-Cities zu finden.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung  stellten kürzlich zahlreiche Initiativen und Organisationen ihre Forderungen vor. „In den 1970er liefen laut einer Forsa-Umfrage circa 90 Prozent aller Kinder alleine zur Schule. Im Jahr 2017 -fast 50 Jahre später- sind es nur 37 Prozent. Uns war das Auto einfach wichtiger als das Wohlergehen unserer Kinder. Das ist ein Fehler, den wir dringend korrigieren müssen!“, sagte Ragnhild Sørensen von Changing-CitiesRebecca Peters, ADFC-Bundesvorsitzende, erklärte zum bevorstehenden Aktionswochende: „Verkehrsminister Wissing hat es selbst gesagt: Elterntaxis sind keine Option. Nun muss er auch den nächsten Schritt gehen und das Straßenverkehrsgesetz entsprechend reformieren.“ Die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann stellte fest: „Die Verkehrswende von morgen, beginnt bei den Kindern von heute. Kinder sollen sich jederzeit frei und sicher bewegen können. Dafür muss die Politik im Straßenverkehr die nötigen Voraussetzungen schaffen.“

Bereits über 83.000 Menschen haben die online Petition „Vorfahrt für Kinder“ gezeichnet.  Wörtlich heißt es in der Eingabe: „Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad und zu Fuß bewegen können. Doch das Straßenverkehrsrecht verhindert das, denn es bevorzugt allein das Auto. Das muss dringend geändert werden!“ Bundesverkehrsminister Volker Wissing wird aufgefordert, den Städten und Gemeinden maximalen Handlungsspielraum zu geben, damit sie selbst mehr Platz für Fahrrad- und Fußverkehr schaffen sowie eigenständig Tempo 30 einführen oder breite, baulich getrennte Radwege einrichten können.

=Christian Kölling=

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