Berlin Global Village weckt große Erwartungen an eine gerechtere Welt

„Ich freue mich heute ein so einzigartiges Projekt wie das Eine-Welt-Zentrum mit eröffnen zu dürfen. Es ist ein tolles Zeichen, dass Berlin eine weltoffene Metropole mit starker Zivilgesellschaft ist, in der Solidarität und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle im gegenseitigen Miteinander spielen.“ Wirtschaftssenator Stephan Schwarz sparte am Freitagnachmittag auf dem ehemaligen Kindl-Gelände zur großen Eröffnungsfeier des Berlin Global Village (BGV) unweit des Neuköllner Rollbergviertels nicht mit lobenden Worten: „Gemeinsam schaffen wir mit dem Global Village Strukturen und einen Ort des Dialogs für die globalen Fragen der Gerechtigkeit. Das ist wichtig für eine lebendige, verantwortungsbewusste und zukunftsorientierte Hauptstadt wie Berlin“, so Schwarz. Das Eine-Welt-Zentrum besteht jetzt aus zwei Gebäuden: Einem repräsentativen Neubau mit moderner Fassade und einem sanierten historischen Altbau aus rotem Backstein. Es bietet auf 5.000 Quadratmetern Arbeits- und Begegnungsräume für rund 50 entwicklungspolitische und migrantisch-diasporische Nichtregierungsorganisationen sowie Räume für öffentliche Veranstaltungen. Ermöglicht hat das Vorhaben, dessen Investitionsvolumen insgesamt über 16 Millionen Euro betrug, das Land Berlin mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 3 Millionen Euro sowie mit rund 2 Millionen weiterer Landesmittel für die Ausstattung und Sanierung des Altbaus.

„Heute ist ein Tag großer Freude. Aus einer Vision ist eine Hoffnung geworden“, sagte der BGV-Vorstandsvorsitzende Akinola Famson und dankte für die Anschubfinanzierung des Landes Berlin aus dem Jahr 2018. „Damit wurde ein Ort ermöglicht, der auch für migrantische Gruppen, die zu globalen Themen arbeiten, gleichberechtigt zugänglich ist. Hier werden die Themen Entwicklung, Transformation und globale Gerechtigkeit zukünftig anders als bisher und partizipativ diskutiert“, ergänzte Famson, der auch Vorsitzender des Afrika-Rates Berlin-Brandenburg ist. Zum Zentrum gehört ein globales Klassenzimmer, in dem Jugendliche und Lehrkräfte sich über die Themen Globalisierung, Menschenrechten und Nachhaltigkeit zu informieren können. Es gibt außerdem ein Begegnungscafé, eine Galerie sowie eine Ludothek, in der Spielsachen aus aller Welt entliehen werden können.

Armin Massing (l.), Geschäftsführer des Berlin Global Village e. V. , und Sylvia Werther (r.), Geschäftsführerin des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags (BER), bedankten sich bei allen Unterstützern und Unterstützerinnen, indem sie ihnen kleine Modelle des neuen Eine-Welt-Zentrums überreichten. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Jochen Biedermann, der als Dezernent für Stadtentwicklung dabei half, dem BGV den Weg zu ebnen, würdigte die Arbeit der Edith Mayon Stiftung, die auf dem Kindl Gelände seit Jahren engagiert ist. In Neukölln werde die Willkommenskultur gepflegt, seitdem die ersten Glaubensflüchtlinge aus Böhmen vor 285 Jahren nach Rixdorf kamen, sagte Biedermann und unterstrich, dass es in der Stadt kaum einen besseren Ort für das Berliner Eine-Welt-Zentrum geben könne.

„Wir wollen kein Ufo sein“, charakterisierte Massing das Selbstverständnis des Zentrums: Kieznah am Rollbergviertel und von der Karl-Marx-Straße her ebenso gut wie aus der Hermannstraße zu erreichen, aber dennoch mit politischer Ausstrahlung weit über die Grenzen Berlins hinaus. Rund ein Vierteljahrhundert hat es gedauert und drei Anläufe sind nötig gewesen, bis aus der „AG Haus des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags“ ein repräsentatives und leistungsfähiges Eine-Welt-Zentrum entstanden ist. Beim Straßenfest vor beiden BGV-Häusern, das nach zwei Konzerten um 22 Uhr endete, waren am Freitag der ganze Kiez und alle Interessierten eingeladen, sich an zahlreichen Ständen zu informieren und gemeinsam bis in den Abend zu feiern.

=Christian Kölling=

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