Sachbuch „Überhitzt“ zeigt Wege zu einem klimaresilienten Leben

„Er ist real. Wir sind die Ursache. Er ist gefährlich. Die Fachleute sind sich einig. Wir können noch etwas tun.“ Nur 20 Worte fassen die Kernbotschaft des Buches schon auf der ersten Seite zusammen. Unabhängig davon, ob wir ihn wahrhaben wollen oder nicht: Die Häufung von Wetterextremen, Dürren und Überflutungen sind ebenso wenig zu übersehen, wie die Zunahme bislang seltener Krankheiten und der Anstieg wirtschaftlicher Folgekosten. Es ist deshalb höchste Zeit, dass wir in jeder Hinsicht klimaresilienter werden!

Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann ist Umweltmedizinerin der TU-München sowie des Universitätsklinikums Augsburg. Katja Trippel arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin. Gemeinsam haben beide Expertinnen, die der Berliner Dudenverlag zusammenbrachte, ein fundiertes und dennoch leicht verständliches Standardwerk geschrieben, das 306 Seiten stark ist und erstmals im Frühjahr 2021 erschien. Die Wissenschaftsjournalistin und die Medizinerin rücken die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels in den Mittelpunkt. Ihr Buch handelt von Allergien, Pollen, Luftverschmutzung, Mücken, Zecken und psychischen Belastungen. Folgerichtig schließt es mit einem Kapitel über den Klimawandel im Gesundheitswesen ab. Traidl-Hoffmann und Trippel führten aber interdisziplinär Interviews mit Fachleuten für Stadtplanung, Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Architektur, sodass ihr Grundlagenwerk längst nicht nur medizinisch interessierte Laien anspricht.

In Neukölln lässt Gesundheitsstadträtin Mirjam Blumenthal inzwischen einen bezirklichen Hitzeaktionsplan erarbeiten und Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann fragt angesichts der Klimakrise, was wir heute tun müssen, damit Neukölln auch in 20, 30 Jahren noch lebenswert ist. Erübrigt sich also ein Sachbuch, das die vielfältigen Effekte der Klimaerwärmung behandelt, für die kommunalen Praxis im Bezirk? Ganz im Gegenteil können zahlreiche Praxisbeispiele für Neukölln nützliche Anregungen geben. Die Autorinnen schildern zum Beispiel, wie Frankreich bereits 2003 auf eine tödliche Hitzewelle mit dem „Plan Canicule“ antwortete, der heute weltweit als vorbildlich gilt. Und wir erfahren unter anderem, warum die Stadt Erfurt den Klimawandel bereits 2014 ganz oben auf ihre stadtpolitische Agenda setzte und dabei sehr bewusst die Einwohnerschaft einbezog.

Das Sachbuch „Überhitzt. Die Folgen des Klimawandels für unsere Gesundheit“ (ISBN 978-3-411-75666-7) kostet 20,- Euro und ist im örtlichen Buchhandel  erhältlich. Es kann inzwischen aber auch in öffentlichen Bibliotheken -z. B. in der Neuköllner Stadtbibliothek- ausgeliehen werden.

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Danke, Christian Kölling, für die Empfehlung dieses Buches. Es ist leicht und verständlich zu lesen. Und es sagt alles was man zu den Folgen des Klimawandels wissen muss. Vor allem wird aufgezeigt, wie der Klimawandel uns ganz persönlich betrifft. Es wird klar: der Klimawandel und seine Folgen sind nicht weit weg, irgendwo am anderen Ende der Welt, sondern die Folgen treffen uns hier und heute.
    Viele Grüße Beate Bruker

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