Neukölln und Treptow-Köpenick erinnern an die Opfer der Berliner Mauer

Zu einem gemeinsamen Gedenken an die Opfer der Berliner Mauer trafen sich Samstagnachmittag die Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Karin Korte (2. v.l.) und der Neuköllner BVV-Vorsteher Lars Oeverdieck (l.) mit dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick, Peter Groos (r.) und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (2.v.r.) an der Heidelberger Straße / Elsenstraße. Auch Bezirksverordnete und Abgeordnete aus Treptow-Köpenick und Neukölln nahmen an dem Gedenken teil. Die Heidelberger Straße an der Grenze zwischen den Ortsteilen Alt-Treptow und Neukölln gehörte kurz nach dem Mauerbau wohl zu den am häufigsten untertunnelten Straßen der geteilten Stadt. Bezirksstadträtin Korte erinnerte in ihrer Rede an den Fluchthelfer Heinz Jercha, der an einem Fluchttunnel auf Ost-Berliner Gebiet von Mitarbeitern der Staatssicherheit angeschossen wurde und am 27. März 1962 in West-Berlin starb. Bezirksbürgermeister Igel würdigte den Radsportler und Fluchthelfer Harry Seidel, der u. a. 1962 beim Bau des sogenannten Pfingsttunnels in der Heidelberger Straße beteiligt war

An der Heidelberger Straße / Elsenstraße weist eine in den Boden eingelassen Gedenkplatte auf die Flucht vom 11. Juni 1962 hin. Allein in diesem Tunnel, der von der Neuköllner Eckkneipe „Heidelberger Krug“ zum Keller eines Fotogeschäfts auf Ost-Berliner Seite führte, gelangten 55 Menschen nach West-Berlin. Der sogenannte „Pfingsttunnel“, der nur 1,20 Meter hoch und 80 Zentimeter breit war, gehört damit wahrscheinlich zu den erfolgreichsten Fluchttunneln Berlins. Die Gesamtzahl der Menschen, die nach dem 13. August 1961 erfolgreich in Tunneln von Treptow nach Neukölln flüchteten, ist nicht bekannt.

=Christian Kölling=

 

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