10 Leihstellen für E-Lastenräder im Reuterkiez eröffnet

Einen festen Platz im Neuköllner Reuterkiez haben seit gestern zehn entleihbare E-Lastenräder der niederländischen Firma Cargoroo. Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, stellte Donnerstagmittag das neue Lastenrad-Sharing-Angebot zusammen mit Cargoroo-Sprecherin Julia Hafner an der Friedel-/Pflügerstraße der Öffentlichkeit vor. „Den schnellen Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel schaffen wir nur mit einfachen Angeboten – ohne langes Rumsuchen und mit kurzen Wegen. Mir war zudem wichtig, dass die Lastenräder nicht unsere Gehwege blockieren. Das hilft bei der Akzeptanz der Angebote“, sagte Bezirksstadtrat Biedermann. Cargoroo stellt in Abstimmung mit dem Bezirksamt Neukölln an zehn Standorten Lastenräder auf, die per App unkompliziert ausgeliehen werden können. Der Modellversuch ist zunächst bis Ende des Jahres befristet. Auch in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Pankow ist das Sharing-Unternehmen mit berlinweit 66 Cargobikes präsent. Das Sharing-Angebot wurde vor fünf Jahren in den Niederlanden entwickelt und kann mittlerweile in allen größeren Städten des Landes -ebenso wie in Antwerpen und Manchester-genutzt werden.

„Wir bieten Mobilität von A nach A“, sagte Julia Hafner. Die E-Lastenräder können an einer mit einem Piktogramm markierten Stelle im Kiez ausgeliehen und müssen am Ende der Tour wieder an ihrem Standort abgestellt werden. Dabei ist unerheblich, ob das elektrische Lastenrad für eine Stunde zum Einkaufen gebraucht wird, oder ob es einen Tag lang für einen Ausflug mit der Familie nach Brandenburg genutzt wird. Die mit einem GPS-Tracker versehenen Zweiräder haben laut Cargoroo eine Reichweite von maximal 100 Kilometern. Die Leihgebühr beträgt pro Stunde 4,80 Euro. „Wir wissen immer, wo unsere Lastenräder sind und wie ihr Akku-Stand gerade ist“, erklärte Hafner. Jeder Nutzer muss eine App auf das Smartphone laden, um sich mit Namen, Anschrift und Bankverbindung bei Cargoroo registrieren zu lassen. Die App zeigt u. a. auf einem Stadtplan an, wo die einzelnen Standorte der Lastenräder genau sind. Unweit vom Ort des Pressetermins befindet sich in der Hobrechtstraße eine zweite Leihstation im Reuterkiez.

„Ich freue mich über jedes Mittel, das die Verkehrswende in den Kiezen voranbringt“, sagte Biedermann nach einer kurzen Probefahrt auf dem E-Lastenrad durch die Friedelstraße. Erst Anfang Juni hatte das Bezirksamt Neukölln bei einer 3. Beteiligungswerkstatt die überarbeitete Fassung eines Kiezblock-Konzeptes für den Reuterkiez vorgestellt. Das Kiezblock-Konzept soll den Verkehrsraum entlasten, die Anwohnenden vor dem Durchgangsverkehr schützen und die Abhängigkeit vom PKW reduzieren. Das Sharing-Angebot soll zusammen mit dem Anbieter evaluiert werden, um Rückschlüsse auf die Nutzung und das Verkehrsverhalten im Wohngebiet zu ziehen. Eine Erweiterung des Angebotes bzw. ähnlicher Angebote -gerade auch außerhalb des S-Bahn-Rings- ist das Ziel, sofern die Testphase erfolgreich verläuft.

=Christian Kölling=

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