Neuer Umweltgerechtigkeitsatlas zeigt Belastungen in Berliner Kiezen

Die Senatsverwaltung für Umwelt hat in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aktualisierte Karten zum Stand der Umweltgerechtigkeit in Berlin veröffentlicht. Der sogenannte Umweltgerechtigkeitsatlas  stellt die Verteilung gesundheitsschädlicher Umweltbelastungen im Zusammenhang mit dem sozialen Statusindex bis hin zur Ebene der Kieze in den Berliner Bezirken dar. „Die Aktualisierung des Umweltgerechtigkeitsatlas ist ein wichtiger Schritt, um zu sehen, in welchen Kiezen Menschen besonders hohen gesundheitsschädlichen Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Der Atlas zeigt uns, auf welche Kieze wir unser Augenmerk für entsprechende Programme richten müssen und er bestätigt, dass Umweltschutz nach wie vor eine brennende Frage der Gerechtigkeit ist“, sagte die Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, Bettina Jarasch, anlässlich der Veröffentlichung des Atlas am Dienstag.

Mit dem Basisbericht zur Umweltgerechtigkeit aus dem Jahr 2019 ist die Aktualisierung des Umweltgerechtigkeitsatlas allerdings aufgrund einiger Änderungen in der Methodik nur begrenzt vergleichbar. Um die mehrfach belasteten Quartiere in der Hauptstadt zu identifizieren, werden die fünf Kernindikatoren „Lärmbelastung“, „Luftschadstoffe“, „Bioklimatische Belastung“, „Grün- und Freiflächenversorgung“ sowie „Soziale Benachteiligung“ verwendet. Der Senat hat sich das Ziel gesetzt, die mehrfach belasteten Gebiete zu reduzieren sowie den Umweltgerechtigkeitsatlas regelmäßig zu aktualisieren. Die nächste Aktualisierung ist für 2023/2024 geplant.

„Der Bezirk Neukölln ist neben Mitte der Bezirk mit den höchsten Ausprägungen bei der sozialen Belastung: 20 von 46 Planungsräumen mit rund der Hälfte der Bevölkerung des Bezirks sind hiervon betroffen“, wird im Umweltgerechtigkeitsatlas auf Seite 39 festgestellt. Die Belastungen verteilten sich im Bezirk sehr heterogen: Während 10 Prozent der Neuköllnerinnen und Neuköllner in vier- und fünffach belasteten Planungsräumen lebten, wohnten 80 Prozent der Bevölkerung in Gebieten, die gar nicht, einfach oder höchstens zweifach belasteten seien. Die gründerzeitlich geprägten Quartiere -vor allem die Planungsräume Braunschweiger Straße, Flughafenstraße und Donaustraße- zeigten vermehrt mittlere und hohe Belastungen. Südlich des S-Bahnrings seien die Gebiete Silbersteinstraße, Glasower Straße, Schulenburgpark und Jahnstraße stärker beeinträchtigt. Das Gebiet Glasower Straße ist gemeinsam mit der Schwedenstraße in Mitte ein Negativrekordhalter: Der Planungsraum ist berlinweit einer von zwei Kiezen, die fünffach belastet sind.

=Christian Kölling=

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