Kunstbrücke am Wildenbruch zeigt zeitgenössische Zukunftsprojektionen

Ungewöhnliche Kunst- und Kulturräume, für die Neukölln lange berühmt war, sind im Stadtbild rar geworden. Die Kunstbrücke am Wildenbruch, Neuköllns dritte kommunale Galerie, ist daher eine echte Ausnahme. Die historische Toilettenanlage am Schiffsanleger neben dem Wildenbruchpark, der einst eine anspruchsvoll gestaltete Parkanlage war und nach 1961 im Schatten der Mauer lag, ist weiterhin ein skurriler Ort mit ungewöhnlichem Charme. Die Anlage, die – auch ohne viel Fantasie – noch an ihre ursprüngliche Nutzung erinnert, wurde im Sommer 2021 zu einem experimentellen Kulturort mit vier kleinen Ausstellungsräumen umgebaut. Freitagnachmittag eröffneten hier Kulturstadträtin Karin Korte (l.), die vertretende Galerieleiterin Yolanda Kaddu-Mulindwa (M.) und Kuratorin Daniela Nadwornicek (r.) die Ausstellung „Sumpf der Wunder“.

In ernsten, poetischen oder humorvollen Arbeiten setzen sich acht Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung mit der Realität und aktuellen dystopischen Zukunftsvisionen auseinander. Sie wollen damit ausdrücklich auch die Möglichkeiten Protests und des Ausbruchs daraus reflektieren. „Hypothetische, absurde und pseudo-dokumentarische Szenarien geben Einblicke in eine mögliche Neuordnung unserer Welt“, erklärte Kuratorin Nadwornicek. Doch diese Zukunftsvisionen seien nie eindeutig. In einem dauernden Oszillieren zwischen Apokalyptischem und Utopischem lieferten sie mehrdeutige Wunsch- und Schreckensbilder.

Die Ausstellung „Sumpf der Wunder“ wird noch bis zum 30. Oktober in der Kunstbrücke Wildenbruch (Weigandufer / Ecke Wildenbruchbrücke, neben der Anlegestelle) gezeigt. Öffnungszeiten: Mi. – So. 12 – 18 Uhr; Eintritt: frei

=Christian Kölling=

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