Tee- und Wärmestube Neukölln unterwegs auf großer Tour in Berlin

Für obdachlose, wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen ist die Tee- und Wärmestube des Diakoniewerks Simeon  im Neuköllner Schillerkiez ein wichtiger Ankerpunkt. Letzten Dienstag knüpfte die soziale Eingliederungsstelle nach einer zweijährigen Corona-Auszeit wieder an eine schöne Tradition an: Thomas de Vachroi (l.), Armutsbeauftragter des evangelischen Kirchenkreises Neukölln, konnte an Bord der „Fortuna“ über 50 Besucher, Sponsoren, Unterstützer und Ehrenamtliche der Sozialeinrichtung sowie mehrere Journalisten zu einer über dreistündigen Schifffahrt unter den Brücken von Spree und Landwehrkanal begrüßen. Nachdem das Schiff der Reederei Bruno Winkler an der Charlottenburger Schlossbrücke ablegt hatte, gab es für alle Schnitzel mit Preiselbeeren und gerösteten Kartoffeln sowie einen großen Eisbecher. Anschließend konnten die Gäste bei Temperaturen um 30 Grad Celsius entweder unter Deck im gut klimatisierten Restaurantbereich oder auf dem Sonnendeck gemeinsam plaudern und aus einer ungewohnten Perspektive die Sehenswürdigkeiten der an sich vorbeiziehen lassen.

Während der Fahrt, die sowohl am belebten Nikolaiviertel, als auch am entlegenen Gebiet rund um den Westhafen vorbeiführte, erklärte mir der Armutsbeauftragte, der seine Funktion gleichermaßen für den Kirchkreis Neukölln als auch für das Diakoniewerk Simeon ausübt, das Selbstverständnis der Tee- und Wärmestube: „Bei uns sind alle Menschen in schwierigen Lebenssituationen herzlich willkommen. Wir helfen, persönliche Probleme zu lösen, praktische Wege zu finden und individuelle Perspektiven zu entwickeln.“ Die Einrichtung werde zwar vom Bezirksamt Neukölln unterstützt, sei aber dringend auf Sachspenden, Geldspenden und ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. „Die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise lassen insbesondere die Nachfrage nach Nahrung und Kleidung ansteigen. Doch gerade diese sind nicht Teil der Grundfinanzierung, sondern spendenfinanziert“, so de Vachroi. Auch diese Brückenfahrt sei nur durch die Hilfe großzügiger Spender zustande gekommen. Marion Mewis, Vertreterin der Berliner Sparkasse, Wolfgang Grünberg, Altmeister der Concordia Loge Berlin, sowie Ralph Kartelmeier, Kurator der Berliner Hall of Fame, dankte Thomas de Vachroi nach dem Schiffsausflug für ihre großzügigen Spenden deshalb in seinem Blog  namentlich.

Für die Besucherinnen und Besucher der Tee- und Wärmestube ist die jährliche Brückenfahrt mehr als ein gewöhnlicher Ausflug. Eine Schiffstour oder einen Restaurantbesuch können sich Einkommensarme kaum leisten. Sie sind damit für soziale Teilhabe dieser Art, die zu einem menschenwürdigen Leben dazugehört, auf Spenden angewiesen. Laut Paritätischem Armutsbericht 2022, der den Titel „Zwischen Pandemie und Inflaion“ trägt, ist die Armutsquote in Deutschland im Pandemie-Jahr 2021 auf 16,9 Prozent gewachsen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband rechnet angesichts der aktuellen Inflation mit einer Verschärfung der Lage. Thomas de Vachroi will dem in Neukölln mit einer „Tee- und Wärmestube Plus“ im Schillerkiez begegnen. Kürzlich erkundigte sich Sozialsenatorin Katja Kipping bei ihm, Marion Timm und Dr. Oliver Unglaube von der Geschäftsführung des Diakoniewerks Simeon sowie Superintendent Dr. Christian Nottmeier nach den Plänen.

Tee- und Wärmestube Neukölln
Weisestr. 34. 12049 Berlin
Sonntag, Montag, Mittwoch, jeweils 16 bis 20 Uhr; Donnerstag 9 bis 14 Uhr
E-Mail: tuw-nk@diakoniewerk-simeon.de
Telefon: 030 / 6222880

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Lieber Christian, herzlichen Dank für diesen schönen Artikel.Dir einen guten Tag.Thomas

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