Klima-Montag auf dem Herrfurthplatz

Um auf die Dringlichkeit der Klimakrise hinzuweisen, richtet die Initiative Berlin4Future regelmäßig einen Klima-Montag aus. Ein Jahr lang fanden die Kundgebungen, die als eine inhaltliche Ergänzung zu den Demonstrationen der Bewegung Fridays for Future konzipiert sind, monatlich in Berlins Mitte am Alexanderplatz statt. Seit Mai geht Berlin4Future in die Bezirke. Nach einer Auftaktkundgebung im Wrangelkiez in Kreuzberg und einer Versammlung auf dem Schöneberger Winterfeldtplatz kam die Initiative vorgestern nach Neukölln.

Auf dem Herrfurthplatz im Schillerkiez stellten die Moderatorinnen Elisabeth und Tanja die ganze Breite der Klimabewegung vor. Die Initiative „Berlin 2030 klimaneutral“ startet in wenigen Wochen die zweite Phase ihres Volksbegehrens und will nun 177.000 gültige Unterschriften sammeln. Wenn das Volksbegehren erfolgreich ist, muss das Land Berlin das Energiewendegesetz anpassen und das Zieljahr für Klimaneutralität rechtlich bindend von 2045 auf 2030 vorziehen. Das Volksbegehren wurde von der Initiative Klimaneustart angestoßen, die auch an der Einrichtung des Klima-Bürger:innenrates beteiligt war, der erst Ende Juni seine Handlungsempfehlungen an Klimaschutz-Senatorin Senatorin Bettina Jarrasch übergab.

Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie eine Zeitenwende nicht als Kriegswende und Rüstungswende, sondern endlich als ökologische Wende einleitet“, sagte Uwe Hiksch, der als dritter Redner für die Naturfreunde Berlin sprach. Die Regierung dürfe das in Paris vereinbarte 1,5 Grad-Ziel nicht aus den Augen verlieren und die Energieversorgung müsse möglichst zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien gedeckt werden.  Eine Vertreterin der Initiative Psychologists4Future erklärte, wie wichtig Emotionen seien, um politisch aktiv zu werden. Die herrschende Klima-Angst müsse in Klima-Mut verwandelt werden, damit konstruktives Handeln im Umgang mit der Klimakrise unterstützt werde. Auch die deutsch-türkische Initiative Yesil Cember brachte sich mit einem Redebeitrag ein und warb u. a. für das Repair-Cafe im benachbarten Rollberg-Viertel.  Die Wassernetz-Initiative Berlin  wies schließlich auf die Gefahren sinkender Wasserspiegel hin und warnte vor der Erwärmung des verbleibenden Grundwassers.

Die gut einstündige Kundgebung, an der rund 50 Personen teilnahmen, wurde direkt in einem Livestream ins Internet übertragen. Die ganze Veranstaltung ist weiterhin auf dem Youtube-Kanal von Berlin4Future zu sehen. Der nächste Klima-Montag ist im September in Weißensee angekündigt.

Seit 1. Juli findet jeden Freitag um 17 Uhr die Kundgebung KlimaAfterWork vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Scharnhorststraße 34-37, 10115 Berlin (nahe Hauptbahnhof) statt.

=Christian Kölling=

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