Allein in Neukölln zwischen Januar und April bereits 181 Angriffe gegen Polizeivollzugskräfte

„Wie hat sich die Zahl der polizeilich erfassten Angriffe gegenüber Polizei und Feuerwehr in Berlin zwischen den Jahren 2018 bis 30.04.2022 entwickelt?“, wollte der Abgeordnete Alexander J. Herrmann (CDU) erfahren: Auf seine Schriftliche Anfrage (Drucksache 19 / 11942) erhielt er eine rund 20-seitige Antwort des Innen-Staatssekretärs Torsten Akmann. Allein in Neukölln sind bereits zwischen Januar und April dieses Jahres 181 Angriffe gegen Polizeivollzugskräfte registriert worden. Angriffe gegen Feuerwehr und sonstige Rettungskräfte verzeichnet die Statistik in den ersten vier Monaten des Jahres 2022 in Neukölln nicht.

Nur in drei Berliner Bezirken sieht die Gewaltbilanz noch schlechter aus. In Mitte wurden zwischen Januar und April bereits 610 Angriffe gegen Polizeivollzugskräfte begangen. Neun Angriffe wurden gegen die Feuerwehr und 10 gegen sonstige Rettungskräfte verübt. In Friedrichshain-Kreuzberg zählte man 424 (Polizei), 1 (Feuerwehr) und 3 (sonstige Rettungskräfte) sowie in Charlottenburg-Wilmersdorf 274 (Polizei), 7 (Feuerwehr) und 4 (sonstige Rettungskräfte) Angriffe.

2021 erfasste die Statistik in Neukölln 725 Angriffe gegen Polizeivollzugskräfte. Im zurückliegenden Jahr waren es in Charlottenburg-Wilmersdorf 722, in Friedrichshain-Kreuzberg 1.425 sowie in Mitte 2.172 Angriffe. In allen Bezirken und während des gesamten Berichtszeitraums fielen die Angriffe gegen Polizeivollzugskräfte fast ausschließlich in die Kategorie „Widerstand / Tätlicher Angriff“, während die drei übrigen Kategorien „Körperverletzung“, „Nötigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung“ und „sonstige Opferdelikte“ zahlenmäßig unbedeutend blieben.

Nach Präventions- und Schutzmaßnahmen gefragt, antwortete Staatssekretär Akmann u. a.: „An der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie werden den Auszubildenden bereits zu Beginn der Grundausbildung in acht Unterrichtseinheiten die Grundlagen der verbalen Deeskalation sowie der Kommunikation im Umgang mit schwierigen Einsatzsituationen vermittelt. Zur Unterstützung bei der Bewältigung von belastenden Einsatzsituationen hat die Berliner Feuerwehr bereits seit 1996 das Einsatznachsorgeteam (ENT) gegründet.“ Bei der Polizei Berlin nehme der interne Opferschutz angesichts steigender Zahlen von im Dienst verletzten oder sonst geschädigten Dienstkräften einen steigenden Stellenwert ein, erklärte der Innen-Staatssekretär weiter und zählte eine lange Reihe konkreter Maßnahmen auf, die seit 2019 ergriffen worden seien. „Eine weitere konfliktminimierende Maßnahme ist seit August 2021 die Erprobung von Bodycams bei ausgewählten Dienststellen der Polizei Berlin und der Berliner Feuerwehr“, so Akmann.

=Christian Kölling=

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: