Voller Erfolg und ungewisse Zukunft

Am vergangenen Sonntag gingen die 55. Neuköllner Maientage in der Hasenheide zu Ende. „Wir sind überwältigt vom Zuspruch und von der Begeisterung der Besucher“, freute sich Organisator Thilo-Harry Wollenschlaeger und teilte mit, dass über 500.000 Rummel-Fans gezählt wurden. „Jeder Volksfesttag war ein voller Erfolg und hat nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause auch zur wirtschaftlichen Stabilisierung so mancher Schausteller beigetragen.“ In die Freude mischt sich bei den Schaustellern allerdings auch die Sorge um die weitere Existenz der Neuköllner Maientage. Die Bäume und Wiesen im Volkspark müssen renaturiert werden, um die Grünanlage widerstandsfähig gegen den Klimawandel zu machen. In der Hasenheide wird es deshalb nach den Renaturierungsarbeiten keinen Rummel mehr geben.

Die Schausteller starteten unterdessen die Petition „Rettet die Maientage“. Sie plädiert für den Erhalt des Volksfestes und die Option, es künftig auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattfinden zu lassen. Der Wirtschaftsausschuss der BVV sprach sich vor knapp zwei Wochen für den Erhalt der traditionsreichen Maientage aus. Im Berliner Abgeordnetenhaus reichte die Fraktion der CDU etwa zur gleichen Zeit einen Antrag zur Rettung der Volksfeste in der Stadt und zur Unterstützung der Schausteller ein. (Drucksache 19/0354) In dem sechs Punkte umfassenden Antrag wird u. a. gefordert, dass das Land Berlin „die temporäre Eignung des Tempelhofer Feldes für die Durchführung von Volksfesten“ prüfen soll.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel bekräftigte in einer von den Schaustellern herausgegebenen Pressemitteilung: „Berlin braucht einen großen Rummel, das haben die diesjährigen Maientage einmal mehr eindrucksvoll bewiesen. Deshalb setze ich mich weiter mit den Schaustellern gemeinsam für den Erhalt der Maientage ein – bestenfalls auf dem Tempelhofer Feld, wo genug Platz und Infrastruktur vorhanden ist.“

=Christian Kölling=

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