Wie radikal muss Klimaprotest sein?

Schulstreik am Freitag, Sitzblockaden auf Autobahnen, Mitarbeit beim Klima-Bürger:innenrat oder politische Arbeit für den Kampf um Wählerstimmen: Um den Klimawandel zu stoppen – oder zumindest zu verlangsamen – werden viele politische Mittel genutzt. Wie radikal muss der Klimaprotest aber sein, damit sich wirklich etwas ändert? Im gut besuchten, allerdings längst nicht vollbesetzten Studio des Heimathafens Neukölln, sprach darüber Britta Steffenhagen (M.) bei der „Let‘s Panic Kiezdebatte“ am Sonntagabend mit Klimaaktivisten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Schließlich ging es auch um die Frage: Wie kann Protest radikal – also an die Wurzeln gehend – sein, aber trotzdem anschlussfähig bleiben? Raphael Thelen (r.) berichtet als Journalist und Autor in überregionalen Zeitungen und Zeitschriften sowie in Büchern über die weltweiten Folgen der Klimakrise. Andreas Audretsch (l.), Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Neukölln, erklärte, warum er als Sozialpolitiker das Thema Klimawandel immer wieder bei Sozialverbänden und Gewerkschaften auf die Tagesordnung bringt.

Henning Jeschke von der „Letzten Generation“ hat bereits an einem Hungerstreik und an Autobahnblockaden teilgenommen. Er kämpft aktuell gegen Lebensmittelverschwendung und ist fest davon überzeugt, dass eine breite gesellschaftliche Mehrheit sein Anliegen teilt, auch wenn seine Aktionen bei der Mehrheitsbevölkerung nicht immer gut ankommen. Michaela Zimmermann konnte mit der Initiative Klimaneustart, die sich auch im Heimathafen Neukölln schon vorgestellt hat, erst kürzlich die Einrichtung eines Klima-Bürger:innenrates erreichen. Raphael Rohrßen von der Klimaliste Berlin, die 2021 einen Klimagipfel auf dem Böhmischen Platz organisierte, trat zu den Wahlen an, konnte allerdings nur weniger als ein Prozent aller Stimmen erzielen.

Viel Zuspruch – auch aus dem Publikum – gab es für eine Stellungnahme, die UN-Generalsekretär António Guterres am 28. Februar anlässlich der Veröffentlichung des neuesten IPCC-Klimaberichts abgegeben hatte. „Der heutige IPCC-Bericht ist ein Atlas des menschlichen Leids und eine vernichtende Anklage gegen die verfehlte Klimapolitik. Fast die Hälfte der Menschheit lebt in der Gefahrenzone – jetzt. Die Fakten sind unbestreitbar. Dieser Verzicht auf Führung ist kriminell“, lauten die Kernaussagen der Stellungnahme.

=Christian Kölling=

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