Britzer WeinKultur eröffnet die Saison mit Ostereiersuche

Bei strahlendem Sonnenschein zeigte der Frühling am Osterwochenende zaghaft sein erstes Grün. Im Koppelweg, wo vor zwanzig Jahren die ersten Reben gepflanzt wurden, luden die Vereine zur Förderung der Britzer Weinkultur und Agrarbörse Deutschland Ost, die das Gelände seit 2015 gemeinsam betreiben, bereits am Sonnabendnachmittag Kinder und ihre Eltern zum Ostereiersuchen ein. Auf dem Grundstück, das einen halben Hektar groß ist, wachsen rund 1.800 Rebstöcke, an denen neben Keltertrauben auch Tafeltrauben gedeihen. Während die Kinder zwischen den Rebstöcken nach den bunten Ostereiern suchten, saßen die Erwachsenen bei Bratwurst und Wein oder Kaffee und Kuchen zusammen. Vorallem Besucherinnen und Besucher aus der Nachbarschaft waren ohne Auto in den Weingarten gekommen.

„Unser Winzer setzt keine Pestizide ein, sondern bekämpft mit Schwefel den Mehltau“, sagte mir Elfriede Manteuffel (r.), Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Britzer WeinKultur. Neben dem Weinanbau diene das Gelände, dessen Träger der Verein Agrarbörse Deutschland Ost ist, für Jung und Alt hauptsächlich als Lehrgarten. Zu den besonders aktiven ehrenamtlichen Helfern des Projektes gehört Günter Röder (l.), ehemaliger Geschäftsführer der Agrarbörse, der mit organisatorischen Arbeiten viel Zeit auf dem Gelände verbringt. Ein grünes Klassenzimmer, das bei meinem letzten Besuch auf der Wunschliste noch ganz oben stand, konnte inzwischen mit FEIN-Mitteln aus dem Förderprogramm für „Freiwilliges Engagement in den Nachbarschaften“ eingerichtet werden. „Hier wird Wissen über den traditionellen Weinbau in Berlin sowie über den Beruf des Winzers vermittelt“ , berichtete Manteuffel und erklärte: „Wir wollen die Geschichte und Tradition des Weinbaus in Berlin und Britz bewahren sowie mit unserem Wissen die Umweltbildung fördern.“

Dr. Lothar Staeck, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, und Beisitzer Dr. Heribert Häusler bieten im Juni Seminare zu den Themen „Weinbau im eigenen Garten“ sowie „Wein ist ein ganz besonderer Saft“ an. Dr. Bettina Cämmerer vom Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie der TU-Berlin gibt im Juli unter der Überschrift „Wein ist nicht alles, was die Rebe kann!“ einen Überblick, wie vielfältig die Rebe genutzt wird. Neben den Weintrauben gebe es noch weitere bekannte und weniger bekannte Lebensmittel, die aus Teilen der Rebe produziert werden. „Selbst Abfallprodukte der Weinherstellung wie Pressrückstände oder Kerne der Weinbeere können Ausgangsprodukte für wertvolle Kosmetikinhaltssoffe darstellen“, macht Cämmerer in der Ankündigung auf ihren Vortrag neugierig.

Neben ökologisch orientiertem Weinbau und Umweltbildung hat sich im Britzer Reben-Garten in den Sommermonaten längst ein abwechslungsreiches Kulturprogramm etabliert. Am 11. und 12. Juni gibt es zum Tag der Stadtnatur am Koppelweg 70 einen Kunstmarkt. Von Mai bis September finden jeweils am dritten Wochende des Monat eine Lesung sowie ein Konzert unter Reben statt. „Weinanbau ist eine, Kultur die andere Sache. Warum nicht beides verbinden?“, fasste Elfriede Manteuffel am Ende meines Besuchs das Credo der Britzer WeinKultur zusammen.

Kommende Veranstaltungen in der Britzer WeinKultur

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