Jubiläumsausstellung der Gropiusstädter Sonntagsmaler in Rudow

„Wir treffen uns in der Alten Dorfschule Rudow seit 2015 regelmäßig zum Malen. Es gibt neben den Gropiusstädter Sonntagsmalern noch drei andere Malgruppen, die das Atelier hier regelmäßig nutzen“, berichtete Doris Pfundt, die ich am Donnerstag letzter Woche zusammen mit dem Freizeitmaler Peter Workert in Rudow sprach. Pfundt leitet und organisiert die Gropiusstädter Künstlergruppe, der sie 1986 beitrat, seit über zwei Jahrzehnten. Workert macht seit 2018 bei den Hobbymalern mit und ist das neueste Gruppenmitglied. Beide waren an diesem Donnerstag nach Alt-Rudow zur Jubiläumsausstellung der Gropiusstädter Sonntagsmaler gekommen, um Fragen der Besucher persönlich zu beantworten. „Unsere Malgruppe wurde 1975 gegründet. Eigentlich wollten wir die Ausstellung zum 45. Jubiläum im Jahr 2020 zeigen. Aber Corona hat einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärte Pfundt. In der Ausstellung werden rund 60 Bilder von 11 Frauen und einem Mann präsentiert. Kerstin Kaibel, die selbst Mitglied der Malgruppe ist, hat die Gropiusstädter Sonntagsmaler in Portraits festgehalten.

Die Motive der Sonntagsmalerinnen stammen vorwiegend – aber nicht ausschließlich – aus Berlin und Umgebung. Tilly Breitkreuz, die ein Gründungsmitglied der Gruppe ist, zeigt beispielsweise ein Bild der Passage in Neukölln. Monika Cornell, die ebenfalls seit Anfang an dabei ist, hat das ehemalige Sendehaus des RIAS in Schöneberg festgehalten. Doris Pfundt malt häufig Mühlen und steuerte zur Jubiläumspräsentation ein Bild der Zichorienmühle in Potsdam bei. Peter Workert ist mit drei Bildern vertreten, darunter ein Seepferdchen in Acryl. Ursprünglich dominierte die Naive Malerei in der Gruppe, aber später flossen neue Techniken und Stilrichtungen in ihre Bilder ein. Seit 1981 geben die Gropiusstädter Sonntagsmaler jährlich den Kalender „Kenn‘ se Berlin und drum ‚rum?“ heraus, der einen Querschnitt ihrer Arbeiten zeigt und im Buchhandel erhältlich ist.

„Ich bin durch einen Maltreff der Baugenossenschaft Ideal wieder zum Malen gekommen“, sagte mir Workert: „Bildende Kunst war während meiner gesamten Schulzeit schon mein liebstes und bestes Fach. Ich male gegenständlich, manchmal surreal.“ Das Malen sei nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben seine größte Leidenschaft geworden. An der Gropiusstädter Malgruppe gefalle ihm besonders, dass sie seit langem erfolgreich ihren Kalender herausgibt, erklärte der gelernte Einzelhandelskaufmann weiter. Workert hat schon an zahlreichen Gemeinschafts- sowie Einzelausstellungen teilgenommen und ist Mitglied beim Die Mühle e. V. in Eberswalde.

Doris Pfundt kümmert sich um die Organisation der Ausstellungen. Im Sommer 2022 plant sie eine Werkschau in den Gropius Passagen. Zunächst ist die Berliner Künstlergemeinschaft aber vom 7. bis 29. Mai in der Kirche in Dannenwalde zu Gast. Am Wochenende 11./12. Juni werden die Bilder anschließend in der Britzer Weinkultur im Koppelweg 70 jeweils von 13 bis 18 Uhr gezeigt. „Wir suchen immer neue Malerinnen und Maler, die in unserer Gruppe mitmachen möchten“, sagte mir die Gruppenleiterin am Ende des Gespräches und schränkte ein: „Natürlich muss ihr Malstil passen.“ Wer interessiert ist, kann per Mail an GropiusstaedterSonntagsmaler@gmail.com oder unter der Telefonnummer 030 / 663 43 33 mit Doris Pfundt Kontakt aufnehmen.

Die Jubiläumsausstellung der Gropiusstädter Sonntagsmaler wird bis zum 1. Mai in der Alten Dorfschule Rudow (Alt-Rudow 60) gezeigt; Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 15 Uhr (donnerstags von 11 bis 15 Uhr ist jeweils ein Mitglied der Gruppe anwesend), der Eintritt ist frei.

=Christian Kölling=

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