Demonstrationen und Gebete für Frieden in der Ukraine

Tausende protestieren seit Donnerstag auch in Berlin gegen Russlands Krieg in der Ukraine. Allein am Abend des 24. Februar, dem ersten Tag der Invasion, versammelten sich spontan über 2.500 Menschen vor dem blau-gelb erleuchteten Brandenburger Tor, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. Bereits am Nachmittag waren rund 1.500 Personen im Regierungsviertel vor dem Bundeskanzleramt zusammengekommen. Hunderte demonstrierten den ganzen Tag über vor der russischen Botschaft Unter den Linden.

Das vom Kirchenkreis Neukölln initiierte Projekt „Spirit and Soul“ ruft am Aschermittwoch, dem 2. März, um 19 Uhr zu einem digitalen Friedensgebet für die Ukraine, Russland und Europa auf. „Mit größter Sorge und Fassungslosigkeit schauen wir auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Unsere Gedanken sind bei den Ukrainerinnen und Ukrainern, die unter Putins mit nichts zu rechtfertigendem, völkerrechtswidrigem Angriffskrieg leiden und von Tod und Vertreibung bedroht sind“, heißt es in der aktualisierten Einladung zum Friedensgebet, das bereits vor der Invasion geplant wurde. Das politische Nachtgebet wird im Internet online übertragen. Eine Anmeldung ist unter https://spiritandsoul.org/friedensgebet/ möglich.

Die Pfarrerinnen Lioba Diez (Spirit & Soul) und Christina Biere (Ev. Kirche von Westfalen) wollen gleichzeitig mit drei Gästen einen Blick auf die aktuelle Situation in der Ukraine werfen. Imke Hansen ist Historikerin und begleitet seit 2016 als Trauma-Therapeutin Menschen im ostukrainischen Konfliktgebiet. Arvid Bell forscht an der Harvard University zur Lösung internationaler Konflikte durch Verhandlungen und ist dort u. a. Leiter der Negotiation Task Force. Andrij Waskowycz war lange Präsident der Caritas Ukraine und ist seit kurzem Leiter des Büros zur Koordinierung humanitärer und sozialer Initiativen des Weltkongresses der Ukrainer. Das Friedensgebet wird musikalisch mit der ”Russo-Ukrainian Suite 2022” gestaltet. Die Kollekte ist für die humanitären Hilfe Ort bestimmt, damit die Organisationen Libereco und Vostok SOS weiterhin in der Ostukraine Familien evakuieren und medizinische Hilfe organisieren können.

Bereits heute, am Sonntag, findet ab 13 Uhr auf der Straße des 17. Juni an der Siegessäule eine Großkundgebung statt. Für die Veranstaltung sind bei der Polizei 20.000 Teilnehmende angemeldet. Ihr Titel lautet: „Stoppt den Krieg. Frieden für die Ukraine und ganz Europa“. Zur Teilnahme ruft ein breites Bündnis auf, dem u. a. DGB und Verdi, die Umweltschutzorganisationen Greenpeace, BUND und Naturfreunde sowie die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, das Netzwerk Friedenskooperative und Pax Christi angehören.

=Christian Kölling=

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