Kompetenzzentrum Handel stellt digitale Verkaufshilfen vor

„Wir unterstützen den Einzelhandel bei der Digitalisierung“, verspricht das Kompetenzzentrum Handel aus Köln. Auf Einladung des BIWAQ-Projekts Unternehmen Neukölln fuhr deshalb sein DiMo-Digitalmobil am Mittwoch letzter Woche auf dem Rathausvorplatz vor. Unternehmer aus dem Groß-, Einzel- und Onlinehandel konnten sich während eines Aktionstages im Rathaus Neukölln digitale Hilfsmittel für ihr Geschäft vorstellen lassen. Auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel schaute bei der 15 Uhr-Führung vorbei, um sich über die neuesten digitalen Trends im Handel zu informieren.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Digitalisierungsprozess von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu begleiten“, sagte Alexander Wessling vom Kompetenzzentrum Handel, bevor er an der ersten Station des Rundgangs zunächst einige Tipps gab, wie Unternehmen ihre Webseiten für Suchmaschinen optimieren können. „Um Digitalisierung begreifbar zu machen, braucht es oft Praxisbeispiele“ schloss er an und stellte zusammen mit seinem Kollegen verschiedenste digitale Technologien vor, die die beiden im Digitalmobil mitgebracht hatten. Diese Tools können an unterschiedlichen Punkte der „Customer Journey“ eingesetzt werden. Der Begriff aus dem Marketing bezeichnet fünf Zyklen, die alle potentiellen Kunden durchlaufen, bevor sie sich für den Kauf eines Produktes entscheiden.

Ein virtueller 360°-Rundgang durch das Geschäft, der auf der Firmenwebseite eingebunden ist, kann beispielsweise die Kunden auf das eigene Angebot aufmerksam machen. Nachdem ein erster Impuls gesetzt worden ist, unterstützt ein „Smart Mirror“ beim Verkauf im Geschäft. Auf der Fläche dieses intelligenten Spiegels können Logos und Bilder gezeigt oder Videos abgespielt werden. Darüber hinaus ermöglicht ein Barcodescanner die Darstellung von weiteren Produktinformationen. Zudem kann ein virtuelles Ladenregal auf Produkte aufmerksam machen, die zwar verkauft werden, augenblicklich aber nicht im Lager vorhanden sind. Dieses “Virtual Shopping Shelf” erweitert für Kunden die Sortimentsauswahl, während Händler ihre Lagerhaltung optimieren können. Eine durch künstliche Intelligenz gesteuerte Waage erkennt im Geschäft der Zukunft schließlich nicht nur die Ware, sondern kann mit den Kundinnen und Kunden auch in verschiedensten regionalen Dialekten – potenziell auch in allen Sprachen der Welt – kommunizieren.

Digitale Technologien können selbstverständlich auch die Kassenführung erleichtern  sowie bei Inventur und Steuererklärung nützlich sein. Last not least bieten sie unerwartete Möglichkeiten, wie das Vertrauen der Kunden erhöht und ihre Bindung an das Geschäft verbessert werden kann. Stellen Sie sich vor, Ihr Supermarkt oder Bioladen sendet einen Livestream aus dem Stall, wo die Hühner Eier legen, die das Geschäft verkauft! Oder stellen Sie sich vor, Sie könnten im Livestream mit dem Bauern sprechen, der gerade Ihre Kartoffeln erntet! Wäre das nicht sensationell? Die Floristin Angelika Horn von Blumen-Jette aus der Karl-Marx-Straße und Marktbetreiber Nikolaus Fink diskutierten nach dem einstündigen Rundgang jedenfalls angeregt miteinander. Schlüsselfertige und maßgeschneiderte Lösungen lieferte ihnen das Kompetenzzentrum Handel sicherlich nicht. Vielleicht konnte ihnen die Präsentation aber den einen oder anderen Denkanstoß geben.

=Christian Kölling=

%d Bloggern gefällt das: