Seniorenvertretung Neukölln hofft auf hohe Wahlbeteiligung

Knapp 950.000 Menschen in Berlin sind über 60 Jahre alt. Bald können sie ihre bezirklichen Seniorenvertretungen wählen, sofern ihr Hauptwohnsitz in einem der zwölf Stadtbezirke liegt. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist dafür nicht notwendig. Wer seine Wahlunterlagen erhalten hat, kann bis zum 28. Februar die Briefwahl beantragen. In Neukölln ist in den Ortsteilen zwischen Rudower Höhe und Rollbergviertel vom14. bis zum 18.März außerdem ein mobiles Wahlbüro unterwegs. Freitagnachmittag stellten sich acht der insgesamt 18 Kandidatinnen und Kandidaten persönlich in Britz vor. Die dritte und letzte Kandidatenvorstellung für die Wahl zur Seniorenvertretung 2022 findet am kommenden Freitagvormittag im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt statt.

„Wir sind die gewählte Interessenvertretung der Generation 60 Plus. Die Seniorenvertretung Neukölln ist unabhängig, parteipolitische neutral konfessionell nicht gebunden. Wir arbeiten ehrenamtlich auf der Grundlage des Berliner Seniorenmitwirkungsgesetzes“, stellte Erwin Bender sich und die übrigen Kandidaten in der Aula der Hermann-Nohl-Schule vor. Bender ist 72 Jahre alt und wohnt seit über 50 Jahren in der Gropiusstadt. Er ist seit fünf Jahren Vorsitzender der Seniorenvertretung Neukölln (SVN) und in dieser Funktion auch bezirksübergreifend in der Landesseniorenvertretung sowie im Landesseniorenbeirat Berlin aktiv. Gabriele Küchler, Schriftführerin der SVN, kandidiert ebenso für eine zweite Amtszeit. Sie veröffentlicht viele Artikel im Neuköllner Mitteilungsblatt „Was? Wann? Wo?“ und unterstützt so die Arbeit der hauptamtlichen Leiterin des Seniorenservice, Ute Maryniak.

„Fordern Sie uns, damit wir Ihnen helfen können“, leitete Bender (r.) die Vorstellungsrunde der anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten ein. Werner Eichholz und Wolfgang Rühlmann sind langjährige Seniorenvertreter mit vielen Erfahrungen als Verordnete der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Irmgard Irrgang, Christiane Wanjura-Hübner und Rudolf Schultz hoben ihre vielfältigen Kompetenzen in der Beratungsarbeit hervor. Heinrich Welz ist mit 81 Jahren zweitältester Bewerber und kandidiert zum ersten Mal. „Meine eigene Situation zeigt mir, dass die Teilhabe am öffentlichen, kulturellen und politischen Leben mit zunehmendem Alter schwieriger wird. Die Teilhabe alter Menschen zu fördern und im Einzelfall tatkräftig zu unterstützen, halte ich für eine Hauptaufgabe in der Seniorenvertretung“, erklärte der Witwer.

Die Mitglieder der Seniorenvertretung werden gemäß Paragraph 4 des Berliner Seniorenmitwirkungsgesetzes (BerlSenG) vom jeweils zuständigen Bezirksstadtrat für die Dauer einer Wahlperiode berufen. Grundlage der Berufung, die in Neukölln der Sozialstadt Falko Liecke vornimmt, ist eine Vorschlagliste, die mit der Wahl zur Seniorenvertretung festgelegt wird. Jeder Wahlberechtigte kann bis zu 10 Kandidaten auf seinem Stimmzettel ankreuzen. Dem Gremium sollen mindestens 13, maximal aber 17 Personen angehören. Für den ordnungsgemäßen Verlauf der Wahl ist eine Wahlkommission zuständig, deren Vorsitzender in Neukölln der frühere Bezirksbürgermeister Prof. Bodo Manegold ist. Damit das politische Gewicht der Seniorenvertretung möglichst groß wird, erhoffen sich alle Beteiligten eine hohe Wahlbeteiligung. Der BVV-Ausschuss für Partizipation und Integration beschäftigte sich erst am 1. Februar mit der Wahl zur Seniorenvertretungen 2022. Hauptthema der Sitzung war, wie die Wahlbeteiligung erhöht werden kann, die zuletzt bei rund 6 Prozent lag.

Die Seniorenvertretung ist berechtigt, ihre Anliegen über den BVV-Vorsteher oder den zuständigen Stadtrat dem Bezirksparlament bekannt zu machen und um Behandlung zu ersuchen. Die Seniorenvertreter haben in den BVV-Ausschüssen für alle ihre Themen ein Rederecht gemäß Paragraph 9 des Bezirksverwaltungsgesetzes. „Wir mussten in der letzten Wahlperiode ein wirklich dickes Brett bohren, um die Beleuchtung am Bahnhof Neukölln zu verbessern“, berichtete Bender aus der kommunalpolitischen Praxis. Die Seniorenvertretung konnte u. a. ebenfalls erreichen, dass an der Eingangstür zur Deutschen Bank am Hermannplatz eine Rampe errichtet wurde. Gemeinsam mit Ute Maryniak (r.) vom Seniorenservice des Bezirks ist sie beispielsweise aber auch aktiv, um die Einsamkeit älterer Menschen zu verringern und ihre soziale Teilhabe zu verbessern.

Die Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl der Seniorenvertretung 2022 stellen sich am 18. Februar von 10 bis 14 Uhr im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt (Bat-Yam-Platz 1) vor.

Weitere Informationen:
Seniorenservice im Rathaus Neukölln (Karl-Marx-Str. 83)
Leiterin Ute Maryniak
E-Mail: seniorenservice@bezirksamt-neukoelln.de oder Tel.: 030 / 90239-3024

Seniorenvertretung Neukölln
Vorsitzender Erwin Bender
E-Mail: info@seniornvertretung-neukoelln.de

=Christian Kölling=

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