Fahrrad-Demo gegen Vermieter-Willkür

Süßes oder Saures?! Eine ungewöhnliche Halloween-Fahrraddemo brach am Sonntagnachmittag vom Reuterplatz auf, um einem unbeliebten Hauseigentümer Saures zu geben. Die Tour führte vorbei an den Häusern der Blaczko-Hausverwaltung in Neukölln, Kreuzberg und Mitte. Sie endete vor dem Haus der Kiezkommune Wedding in der Buttmannstraße. „Blaczko lass den Horror sein – Jetzt hol‘n Dich die Geister ein!“ skandierten gut 60 Demonstrierende während sie über den Kottbusser Damm in Richtung Norden radelten. Sie waren dem Aufruf der „Initiative Blaczko Mieter:innen“ gefolgt, um auf deren Forderungen aufmerksam zu machen, die sie am 10. Mai in einem offenen Brief an die Hausverwaltung in der Schöneberger Fuggerstraße gerichtet hatte.

Die Initiative, die Unterstützung von der Mieter:innengewerkschaft Berlin erhält, wirft in ihrem zwei Seiten umfassenden Schreiben der Blaczko-Hausverwaltung in 11 Punkten Schikane, Überwachung und teure Mieten vor. Die Betroffenen schlossen sich zusammen, nachdem das Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel für nichtig erklärt und die Hausverwaltung daraufhin hämische Mails an die Mieterinnen und Mieter verschickt hatte. Die Schreiben begannen nicht mit einer höflichen Anrede, sondern mit den Worten „Zu früh gefreut“. Den Mietern wurde im Schreiben anheim gestellt, sich eine neue Wohnung zu suchen, wenn sie unzufrieden seien. Der Text endete mit den beiden Buchstaben „FY“, was Empfänger aufgrund des aggressiven Grundtons der Mail nicht etwa als Initialen des Absenders, sondern als „Fuck You“ interpretierten.

=Christian Kölling=

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