Neukölln saniert Straßenbrunnen für 1,3 Millionen Euro

217 Straßenbrunnen sind flächendeckend in Neukölln verteilt, um die knapp 330.000 Einwohner des Bezirks im Notfall, sofern das Trinkwassernetz der Berliner Wasserbetriebe einmal ausfallen sollte, dezentral mit Wasser versorgen zu können. Jede dieser Straßenpumpen soll in der Theorie das Notwasser für durchschnittlich 1.500 Menschen liefern. Doch in der Praxis sind in Neukölln – ebenso wie in den anderen Bezirken – zahlreiche Straßenbrunnen reparaturbedürftig und deshalb seit Jahren außer Betrieb. Dazu gehörte bis vor kurzem auch die Pumpe vom Typ Lauchhammer, die in historischer Form nachgegossen wurde und seit 1991 an der Ecke Alt-Rudow/Kappenstraße steht.

„Ich will, dass die Neuköllner Bevölkerung für den Notfall gewappnet ist. Ein Senatsprogramm wird seit Jahren immer wieder diskutiert und wäre dringend notwendig, aber da hat sich leider nichts getan“, kritisierte Bezirksbürgermeister Martin Hikel vergangenen Donnerstag in Rudow und stellte das Neuköllner Sonderprogramm zur Brunnensanierung im Umfang von 1,3 Millionen Euro vor. Begleitet wurde er beim Treffen an der frisch sanierten Pumpe Nummer 217 von Andreas Zenger, der beim Straßen- und Grünflächenamt für die Notbrunnen zuständig ist, sowie vom Rudower Bezirksverordneten Peter Scharmberg und dem Bürgerdeputierten Andreas Domann.

„Allein im letzten Jahr haben wir 44 Brunnen wieder funktionstüchtig gemacht, insgesamt können wir mit unserem Sonderprogramm 92 Brunnen bis 2022 reparieren“, sagte Hikel. Im Jahr 2018 seien 13 Straßenpumpen und 2019 lediglich acht Pumpen instandgesetzt worden. Die Reparaturkosten eines Brunnens lägen zwischen 5.000 und 9.000 Euro. Eine Bohrung koste circa 34.000 Euro, teilte das Bezirksamt in einer Presseerklärung mit.

„Der positive Nebeneffekt ist, dass mit funktionierenden Brunnen auch mehr Bäume gegossen werden können. So können wir mehr Menschen dafür begeistern, in Zeiten der Trockenheit Bäume in ihrem Umfeld zu gießen“, hob Hikel schließlich hervor. Die Nutzung der Pumpen für die Bewässerung der Straßenbäume sei ausdrücklich erwünscht, damit die Brunnen nicht vertrocknen oder versanden.

=Christian Kölling=

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