Tasmania-Kinderturnier zeigt, wie müllfreie Veranstaltungen in Zukunft möglich werden

Ein Fußballturnier ohne Müll? Im Werner-Seelenbinder-Stadion an der Oderstraße bewies der SV Tasmania am Sonntagvormittag, dass keine Sportveranstaltung zwangsläufig mit einem riesigen Müllberg enden muss. Nicht einmal im Neuköllner Norden, der sonst eher für sein Schmuddel-Image bekannt ist! Bei einem großen Kinderturnier trafen sich Mannschaften aus sechs Altersklassen der Tasmanen zu einem müllfreien „Schön wie wir“-Kick. Der Straßenfußball-Verein Buntkicktgut, der mit interkulturellen Bolzturnieren für Fairplay ebenso wie für Fußbälle aus fairem Handel wirbt, war an der Begegnung ebenfalls beteiligt.

Den Anstoß für die außergewöhnliche Sportveranstaltung hatte ein BVV-Antrag (Drucksache – 1375/XX) des Bezirksverordneten Dr. Christian Hoffmann gegeben. Auf die Siegerehrung der Kindermannschaften am Mittag folgte ein torreiches Freundschaftsspiel mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel: Ein Tasmania-Team mit Vereinspräsident Almir Numic und seinem Vize Hussein Ahmad gewann gegen die bunt gemischte Bürgermeister-Mannschaft mit 7:5.

Ein Lastenrad des Vereins „a tip:tap“ (ein Tipp: Leitungswasser) war für das nachhaltige Sportereignis direkt an den Spielfeldrand gekommen. „Der Konsum von Flaschenwasser hat sich in Deutschland seit den 1970er Jahren mehr als verzehnfacht, obwohl das kühle Nass aus dem Hahn eine günstige, gesunde und umweltfreundliche Alternative ist“, erfuhr ich dort bei einem erfrischenden Glas Leitungswasser mit Basilikum und Orange. Über das Projekt Wasserkiez Neukölln, das im Gebiet Donaustraße für die Wasserwende in Berlin arbeitet, konnte sich nicht nur Cordula Simon, Leiterin der Stabsstelle für Dialog und Zukunft, informieren lassen. Sie arbeitet im Bezirksamt an der Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, wo sie u. a. für „Schön wie wir“ zuständig ist.

Im Eingangsbereich des Stadions gab es weitere Infostände mit Quiz- und Gewinnspielen, die ganz gezielt an die jungen Nachwuchsspieler und ihre Eltern gerichtet waren. Das Label „Einmal ohne, bitte“ führte praktisch vor, wie beim Einkauf von Backwaren, Käse, Wurst oder anderen Lebensmitteln auf Verpackungsmüll verzichtet werden kann. Die „Schön wie wir“-Mehrwegberatung sowie die Firma Recircle  stellten ihre Angebote für Gastronomen und den Einzelhandel vor. Sie helfen zum Beispiel, die Flut der Einwegbecher einzudämmen

„Kommen Sie doch einmal in unserem Repair-Café vorbei. Es ist im Rollberg-Viertel jetzt wieder geöffnet“, begrüßte mich Gülcan Nitsch am Stand der deutsch-türkischen Umweltgruppe Yeşil Çember. Sie sensibilisiert und aktiviert türkischsprachige Menschen in Deutschland für Umweltthemen und verbreitet nachhaltige Lebensstile. Neben der zweiten Auflage des Kiez-Ratgebers „Teile, Tausche & Repariere“ lagen das Umweltwörterbuch für Kinder mit 500 Grundbegriffen sowie die zweisprachige Broschüre „Brandenburgs wunderbare Natur“ mit Ausflugstipp und Wanderrouten auf dem Infotisch aus.

Das 4. Neuköllner Umwelt- und Nachhaltigkeitsfest findet am 21. August von 12 bis 18 Uhr auf dem Neuköllner Rütli-Campus statt. Mehr als 40 Initiativen aus dem Bezirk und darüber hinaus stellen Ihre Arbeit in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz vor und laden zum Mitmachen ein.

=Christian Kölling=

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