Bürgervorschläge für den Haushalt 2022/23 sind nun Thema der BVV

Unerwartet viele Bürgerinnen und Bürger haben sich an den Planungen zum Neuköllner Bezirkshaushalt beteiligt: Über 180 Vorschläge und mehr als 3.500 Bewertungen wurden dieses Jahr auf der digitalen Beteiligungsplattform Mein Berlin abgegeben. Kürzlich gab das Bezirksamt die 25 bestbewerteten Vorschläge in einer Pressemitteilung bekannt. Sie werden nun der Bezirksverordnetenversammlung und ihren Ausschüssen zur Abstimmung vorgelegt. Konkrete Beschlüsse des kommunalen Gremiums sind allerdings nicht vor dem Frühjahr 2022 zu erwarten, weil der Bezirkshaushalt erst nach den Kommunalwahlen im Herbst verabschiedet wird.

Besonders viel Zuspruch erhielt mit 197 positiven Bewertungen der Vorschlag, eine Fußgängerampel bzw. einen Zebrastreifen unweit des Bürgeramtes in der Blaschkoallee zu installieren. „Die Blaschkoallee wird auf der Höhe Riesestraße von zahlreichen Fußgängern überquert. Das nahegelegenen Standesamt im Bürgeramt ist ein beliebter Trauungsort und die Hochzeitsgesellschaften wechseln gerne in das Akazienwäldchen auf der gegenüberliegenden Seite der Blaschkoallee“, lautete die Begründung des Vorschlags. „Ein sicherer Fußgängerüberweg wäre hier ein Gewinn für die Gegend“, schrieben die Initiatoren.

Die Errichtung eines Skate-Parks in Britz wurde mit 98 Stimmen befürwortet und kam damit auf Platz 2. Möglicher Standort der Anlage – zu der Halfpipe, Bowl und Treppen ebenso wie Flächen zur freien Wandgestaltung mit Graffiti gehören sollten – könnten das Akazienwäldchen, ein ehemaliger Marktplatz oder der Buschkrugpark sein. 93 Stimmen entfielen auf den drittplatzierten Vorschlag, einen Hundeauslauf im Wildenbruchpark anzulegen. Der mit einem Zaun abgetrennte Hundeauslauf könne auf einer Fläche von 40 mal 50 Metern direkt neben dem Kinderspielplatz eingerichtet werden. Der Weg vor dem Spielplatz bliebe erhalten, wurde die Planungsidee konkretisiert.

Zahlreiche Vorschläge für den kommenden Neuköllner Bezirkshaushalt forderten sichere Wege für Rad- und Fußverkehr. Oft wurde auch eine attraktivere Gestaltung von Plätzen und Grünflächen angeregt. Nicht zuletzt standen nichtbauliche Maßnahmen wie die Startfinanzierung zur Einführung eines Kinder- und Jugendparlaments sowie ein Reparatur-Café in Buckow auf der Wunschliste ganz weit oben. Platz 25 erhielt mit 46 Stimmen das Begehren, den Eulenbrunnen in die mittlere nördliche Hälfte des Marktplatzes Britz-Süd zu versetzen. Der denkmalgeschützte Brunnen, der augenblicklich am Rand des Platzes zwischen WC-Haus und Fahrradbügeln steht, werde seit Jahren als Mülleimer missbraucht, was sogar schon in einem Reiseführer kritisch angemerkt worden sei, hieß es zur Begründung der städtebaulichen Anregung.

=Christian Kölling=