Rixdorfer Bücherschrank auf dem Alfred-Scholz-Platz eröffnet

Eigentlich sieht es so aus, als ob der Rixdorfer Bücherschrank schon immer auf dem Alfred-Scholz-Platz gestanden hätte, denn sein Design ist optimal auf die Sitzbänke am Ort abgestimmt. Tatsächlich wurde das neue Stadtmöbel erst am vergangenen Mittwochvormittag der Öffentlichkeit im Beisein von Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann werbewirksam vorgestellt: Neukölln ist bundesweit zwar für vieles bekannt, aber nicht unbedingt für eine ausgeprägte Lesekultur. Der Berliner Büchertisch will das mit beharrlichem Engagement ändern:

Weit über 3.000 Bücher wurden erstmals im Sommer 2012 mit Unterstützung der Sprachwoche Berlin in der Neuköllner Hasenheide verteilt. Im Februar letzten Jahres stellten Menschen aller Altersstufen – darunter u. a. die Schauspielerin Inka Löwendorf – in der vom Büchertisch organisierten Ausstellung „Neuköllner Portraits“ ihre Lesegewohnheiten vor. Zur Finissage der Ausstellung, die weiterhin im Internet verfügbar ist, wurden 300 Bücher im Bürgeramt an der Donaustraße verschenkt.

„Der Berliner Büchertisch ist ein Gemeinschaftsprojekt, das im Jahr 2004 als Genossenschaft und gemeinnütziger Verein in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg gegründet wurde. Er nimmt Bücher und andere Medien entgegen und verteilt diese an Schulbibliotheken, soziale Einrichtungen und Bedürftige in Berlin und Brandenburg“, erklärte mir Cornelia Temesvári, die dem geschäftsführenden Vorstand angehört. Mit dem Rixdorfer Bücherschrank, der Bestandteil des Projektes „Rixdorf liest“ ist, soll die Leselust im Norden Neuköllns angeregt werden. „Wir laden Kinder und Erwachsenen dazu ein, sich ein Buch kostenlos aus dem Schrank mit nach Hause zu nehmen“, fasste sie das Angebot zusammen.

„Außerdem verkaufen wir gespendete Bücher in eigenen Läden preisgünstig. Unser Hauptgeschäft liegt in der Kreuzberger Gneisenaustraße. In Neukölln unterhalten wir seit vier Jahren eine Filiale“, sagte Temesvári. Der Rixdorfer Bücherschrank ist auch als ein Hinweis auf dieses Flohmarktlädchen in der Richardstraße gedacht, das nur wenige hundert Meter vom Alfred-Scholz-Platz entfernt ist. Der Bücherschrank wird regelmäßig gepflegt. Alle, die Buchspenden abgeben möchten, werden deshalb gebeten, ihre Spenden nicht einfach in den Schrank zu stellen, sondern die Bücher auf dem Hof des Flohmarktlädchens in der Richardstraße 83 abzugeben.

=Christian Kölling=