„Haltet zu den Männern und Frauen der Polizei Berlin!“

wegner_lieckeZum 15. Todestag des Polizeihauptkommissars Uwe Lieschied legten Bezirksstadtrat Falko Liecke und der Berliner CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner am vergangenen Sonntagmittag einen Kranz im Neuköllner Rollbergviertel nieder. Die Trauerkundgebung fand an dem Ort statt, wo im Februar 2020 zu Ehren des Getöteten eine Straße umbenannt wurde. An die Kreuzung Rollberg-/Uwe-Lieschied-Straße waren neben Angehörigen, Kolleginnen und Kollegen u. a. auch die Landesvorsitzenden der Deutschen Polizei Gewerkschaft (DPolG ), Bodo Pfalzgraf, und der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Cioma, gekommen.

Lieschied war bei seinem tödlich endenden Einsatz an der Hasenheide mit Kollegen auf Zivilstreife unterwegs und beobachtete, wie gerade zwei Verdächtige flohen, die später als Handtaschenräuber identifiziert wurden. Als er die Täter stellen wollte, zog einer der beiden Männer eine Pistole und feuerte aus wenigen Metern Entfernung acht Schüsse auf den Polizisten ab. Eine Kugel traf den 42-jährigen Hauptkommissar am Kopf. Nach vier Tagen im Koma starb Uwe Lieschied am 21. März 2006. Der Mörder des Polizisten wurde vom Berliner Landgericht knapp ein Jahr später zu lebenslanger Haft verurteilt. Allerdings erkannte der Richter eine besondere Schwere der Schuld nicht an, weshalb der Täter möglicherweise nach 15 Jahren Haft auf Bewährung entlassen werden könnte.

liecke„Die Haftstrafe wird das unsägliche Leid und die tiefe Trauer nie aufwiegen können. Meine Hoffnung ist, dass der Täter nicht nach 15 Jahren entlassen wird. Denn das würde heißen, dass er demnächst wieder auf freiem Fuß wäre. Ein unerträglicher Gedanke. Sicherlich nicht nur bei mir allein“, sagte Liecke in seiner Rede. Abschließend appellierte er: „Den Berlinerinnen und Berlinern möchte ich nicht nur heute zurufen: ‚Haltet zu Ihnen! Haltet zu den Männern und Frauen der Polizei Berlin, die jeden verdammten Tag ihr Bestes für unsere Sicherheit geben!‘ Ihr Bestes. Und oft, viel zu oft auch ihre Gesundheit. Und ihr Leben.“

=Christian Kölling=