Lichtinstallation mit Genderstern leuchtet am Rathaus Neukölln

rathausvorplatz_vernisageWeithin sichtbare Signale gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sowie für sexuelle Selbstbestimmung hat das Rathaus Neukölln schon in der Vergangenheit gesetzt: Anlässlich des Internationalen Welt-Mädchentags im Oktober 2018 wurde der Sitz der Bezirksverwaltung drei Monate lang in sattem Rosa illuminiert, und im Sommer 2019 strahlte der Rathausturm für zwei Wochen in den Farben des Regenbogens, um ein Zeichen für sexuelle Vielfalt zu setzen.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März, der am vergangenen Montag in Berlin zum dritten Mal als ein gesetzlicher Feiertag begangen wurde, startete nun auf Initiative vom Dachverband der Migrantinnenorganisationen (DaMigra), eine weitere Aktion: Bis Ende lichtinstallationMärz wird die wandernde Lichtinstallation „Macht sichtbar*“ der italienischen Künstlerinnen Barbara Bernardi und Linda Paganelli, die als Duo unter dem Namen BarLin bekannt sind, am Balkon des Rathaus Neukölln leuchten. „Gewalt gegen Frauen erzeugt Dunkelheit, Licht macht sichtbar“, lautet die politische Botschaft des Schriftzugs, der symbolträchtig mit einem Genderstern endet und als ein „empowerndes Signal an alle Menschen Berlins, die Erfahrungen als Frauen* machen“, gedacht ist.

paganelli_bernadi„Unsere Installation ist ein Aufruf, die Gewalt gegen Frauen zu sehen, sich ihrer bewusst zu werden und Verantwortung zu übernehmen“ sagte Bernardi. „Unsere Arbeit ist auch eine Ermunterung an alle Frauen, sich zu zeigen und die eigene Macht zu sehen“, fügte Paganelli hinzu. Patriarchales Denken und Handeln bildet den Nährboden für Gewalt gegen Frauen. Dass gerade von Rassismus betroffene Frauen sowohl im Bundestag als auch in den Parlamenten auf Landes- und kommunaler Ebene eklatant unterrepräsentiert sind, ist nicht nur ein Demokratie-Defizit. Es trägt auch zur Verschärfung der Problematik bei“, erklärte Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra.

hikel_vernisageBezirksbürgermeister Martin Hikel wies in seinem Grußwort darauf hin, dass in Neukölln schon lange frauenpolitische Themen angesprochen würden. „Frauen sind öfter betroffen von Armut, von Gewalt und Ausgrenzung. häusliche Gewalt, gegen Frauen und Mädchen, hat sich in der Pandemie noch weiter gesteigert. Wir blicken in Neukölln hinter die Strukturen und machen sie sichtbar. Und wir empowern junge genauso wie nicht mehr junge Frauen, sich zu emanzipieren, ihren eigenen Weg zu gehen“, so Hikel. Die Vernissage endete mit einem Auftritt der Freestyle-Rapperin Leila A., die rund 200 Zuhörerinnen auf dem Rathausvorplatz mit ihren Songs begeisterte.

=Christian Kölling=