Elternvertretungen fordern Modellprojekte für Schulreinigung in bezirklicher Regie

Mit den Stimmen aller BVV-Fraktionen wurde das Bezirksamt im Juni 2020 darum gebeten, dass die Schulreinigung schrittweise wieder von Reinigungskräften übernommen wird, die direkt beim Bezirk Neukölln angestellt sind. Das Bezirksparlament reagierte mit diesem Beschluss auf das Bürgerbegehren der Initiative Schule in Not , die im vergangenen Frühjahr über 7.500 gültige Unterschriften für die Rekommunalisierung der Schulreinigung vorgelegt hatte. Doch seit dem BVV-Beschluss ist nichts mehr geschehen.

Elternvertretungen von sieben Neuköllner Schulen ergriffen nun wieder die Initiative: In einem offenen Brief fordern sie Bezirksbürgermeister Martin Hikel dazu auf, die Eigenreinigung mit Modellprojekten an ausgewählten Schulen direkt nach den Sommerferien zu ermöglichen. Die Elternsprecher erhoffen sich durch die Modellprojekte einen objektiven Vergleich zwischen Fremd- und Eigenreinigung. Das Schreiben wurde dem Bürgermeister am vergangenen Mittwoch auf dem Lipschitzplatz unmittelbar vor der BVV-Sitzung im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt übergeben.

„Die Kampagne ‚Saubere Schulen‘ ist ein Erfolg. Alle drei Regierungsparteien im Land – Linke, Grüne und SPD – sprechen sich mittlerweile für die Rekommunalisierung der Schulreinigung aus“, erklärte Tony Pohl für die Initiative Schule in Not. Hikel habe dem Ansinnen der Elternvertretungen aber eine Abfuhr erteilt, sagte Pohl und kritisierte: „Die Argumente des Bürgermeisters haben mich nicht überzeugt. Man wolle keine befristeten Stellen schaffen, allerdings duldet das Bezirksamt seit Jahren prekäre Beschäftigung in der Schulreinigung.“

=Christian Kölling=