Tram M10 wird verlängert, aber vorerst nicht nach Neukölln

Für die Straßenbahn-Neubaustrecke vom Hauptbahnhof bis zum U-Bahnhof Turmstraße in Mitte ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. „Mit der Baugenehmigung können die ersten Arbeiten für die etwa 2,1 Kilometer lange Verlängerung der Linie M10 daher noch in diesem Jahr beginnen. Nach derzeitiger Planung wird die neue Verbindung von der Warschauer Straße im ersten Halbjahr 2023 in Betrieb gehen“, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vorgestern mit.

Zur Verlängerung der M10 von der Warschauer Straße in Richtung Hermannplatz, für die sieben Varianten geprüft werden, läuft eine Grundlagenuntersuchung. Sie wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 abgeschlossen sein, wie die Landesparlamentarier Nicola Böcker-Giannini und Tino Schopf (beide SPD) bereits im Dezember letzten Jahres aus einer Antwort auf ihre Schriftliche Anfrage (Drucksache 18 /25 623) erfuhren. Auch wurden verschiedene Varianten für eine End- und Wendestelle am Hermannplatz untersucht. „Die genaue Planung der Streckenführung der Endstelle am Hermannplatz wird jedoch erst in den folgenden Planungsphasen erfolgen“, teilte Staatssekretär Ingmar Streese mit.

In Neukölln, das damals noch Rixdorf hieß, hielt die Straßenbahn 1899 Einzug und löste die Pferdebahnlinien binnen drei Jahren ab. Mit der rasanten Entwicklung Berlins wuchs ebenso das Netz der „Elektrischen“. Jedoch wurde seit Mitte der 1950er Jahre in West-Berlin das Straßenbahnnetz systematisch zurückgebaut. In Neukölln, wo einst der Hermannplatz ein großer Straßenbahnknoten war, stellte die zuletzt nur noch verbliebene Tramlinie 47 ihren Betrieb am 1. Oktober 1966 ein.

=Christian Kölling=