Besser als sonst, aber nicht ausschließlich positiv: die Silvesterbilanz für Neukölln

Vergleichsweise ruhig verlief in Neukölln der Jahreswechsel 2020/2021. Die Berliner Feuerwehr, die den “Ausnahmezustand Silvester“ planmäßig um 19 Uhr ausrief, fuhr 862 Einsätze in der Stadt. Das sind 661 weniger als im Vorjahr. In der Einsatzleitzentrale der Polizei gingen zwischen 18 und 6 Uhr insgesamt 2.765 Notrufe (Vorjahr: 3.065) ein. Die häufigsten Einsatzanlässe waren der verbotene Umgang mit Pyrotechnik und Sachbeschädigungen, meldete die Polizei.

„Das erste Mal seit langem an Silvester wieder am offenen Fenster gestanden und bei einer einzelnen Rakete mir gedacht: Och schön. Weniger ist wirklich mehr“, schrieb bei Twitter der Grüne-Abgeordnete Georg Kössler aus Neukölln. Eine subjektive Momentaufnahme, die mit meinen Beobachtungen am heimischen Wohnzimmerfenster übereinstimmte, wo ich gegen Mitternacht lachende Menschen und eine Vuvuzela hörte.

Obwohl es ein stadtweites An- und Versammlungsverbot, extra ausgewiesene böllerfreie Zonen sowie ein Verkaufsverbot für pyrotechnischen Erzeugnisse gab, kann eine ausschließlich positive Silvesterbilanz allerdings auch in diesem Jahr nicht gezogen werden:

An der Hobrecht-/Sanderstraße wurde die Polizei gegen 0.50 Uhr aus einer bis zu 80 köpfigen Personengruppe mit mehreren Molotowcocktails beworfen, die jedoch nicht zündeten. Zudem gab es vereinzelte Steinwürfe. Verletzt wurde niemand. In Buckow brannten gegen 00.45 Uhr Mülltonnen an der Wand eines Supermarktes. Die Flammen griffen auf das eingeschossige Gebäude über. Die alarmierte Feuerwehr konnte nicht verhindern, dass der circa 800 Quadratmeter große Supermarkt an der Marienfelder Chaussee vollständig ausbrannte. Verletzt wurde niemand.

=Christian Kölling=

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