Himmels-Rendezvous der Planeten Jupiter und Saturn vor Weihnachten erinnert an den Stern von Bethlehem

Wer in diesen Tagen bei wolkenlosem Himmel den Sonnenuntergang bewundern kann, wie ich es vorgestern auf der alten Bahnbrücke zwischen Görlitzer Park und Kiefholzstraße tun konnte, sieht schon in der Dämmerung einen funkelnden Lichtpunkt knapp über dem Horizont: Rund um den 21. Dezember kommen die beiden Planeten Jupiter und Saturn mit bloßem Auge betrachtet so nahe zusammen, dass sie wie ein großer Doppelstern erscheinen. Erst mit Fernglas, Teleobjektiv oder Teleskop werden die beiden Planeten und ihre Monde getrennt am Himmel sichtbar.

Heute Abend sind Jupiter und Saturn am Himmel nur sechs Bogenminuten voneinander entfernt, haben Astrononem errechnet. Bei wolkenlosem Wetter kann die scheinbare Planetenbegegnung auch am Himmel über Neukölln beobachtet werden. So nahe wie heute standen Jupiter und Saturn zuletzt im Jahr 1604. Der Astronom Johannes Kepler beobachtete damals zuerst eine große Konjunktion und sah anschließend in direkter Nähe eine Supernova im Sternbild Schlangenträger. Kepler folgerte daraufhin, dass der Stern von Bethlehem, der laut Matthäus Evangelium die Geburt Jesu ankündigte, ebenfalls nach einem Rendezvous der Planeten Jupiter und Saturn am Himmel erschienen sein muss. Ihm war bereits damals bekannt, dass es eine auffällig enge Konjunktion von Jupiter und Saturn einige Jahre vor Christi Geburt gab.

Inzwischen ist Keplers Theorie aber längst widerlegt, wie Dr. Jürgen Rienow anschaulich in einem knapp siebenminütigen Video der Stiftung Planetarium Berlin erklärt. Tatsächlich sind die beiden Riesenplaneten am äußeren Rand des Sonnensystems im Durchschnitt rund 660 Millionen Kilometer voneinander entfernt. Ihr scheinbares Zusammentreffen, das am Himmel auf der Erde zu beobachten ist, kann in keinem Zusammenhang mit einer Supernova stehen, bei der ein massenreicher Stern untergeht, der noch einmal sehr viel weiter von unserem Sonnensystem entfernt ist.

Am 30. Dezember gibt es ab 20 Uhr eine 45-minütige Astronomische Jahresvorschau im Livestream.

Die drei Einrichtungen der Stiftung Planetarium Berlin (Archenhold-Sternwarte, Planetarium am Insulaner mit Wilhelm-Foerster-Sternwarte und Zeiss-Großplanetarium) sind coronabedingt bis auf Weiteres geschlossen.

=Christian Kölling=