Wissenschaftliche Langzeitstudie belegt: Mentorings verbessern Bildungschancen

Mit ihrem Mentoring-Programm „Neuköllner Talente“ unterstützt die Bürgerstiftung Neukölln seit 12 Jahren Kinder und Jugendliche darin, ihre Talente und ihre Persönlichkeit zu entfalten, um sie stark zu machen für ein selbstbestimmtes Leben. Seit dem Start der Initiative im Oktober 2008 konnten mehrere Hundert Patenschaften zwischen ehrenamtlichen Paten und Kindern im Grundschulalter initiiert, betreut und verstetigt werden. Franziska Haberland, Leiterin des Patenschaftsprogramms „Neuköllner Talente“, machte dabei regelmäßig die Erfahrung, dass Patenschaften die Bildungschancen von Grundschulkindern aus Familien mit niedrigem sozio-ökonomischen Status deutlich erhöhen.

Eine Langzeitstudie von Verhaltensökonomen der Universität Bonn, die unter dem Titel „Mentoring and Schooling Decisions: Causal Evidence“ im Juni 2020 veröffentlicht wurde, bestätigte inzwischen mit wissenschaftlichen Mitteln die in der Patenschaftsarbeit gesammelten Erfahrungen. „Mentoring kann die Chancen benachteiligter Kinder erhöhen, auf das Gymnasium zu kommen. Die Gründe für die langfristigen positiven Effekte der Patenschaften sehen die Forscherinnen und Forscher u. a. darin, dass sowohl Kinder als auch Eltern durch das Mentoring darin ermutigt werden, sich für einen höheren Bildungsweg zu entscheiden“, fasste Haberland ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung von Armin Falk zusammen.

„Wir wünschen uns sehr, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse alsbald auf politischer Ebene gehört werden und dementsprechende Programme mit nachhaltigen finanziellen Strukturen aufgestellt werden“, fordert Programmleiterin Haberland jetzt in einer Stellungnahme auf der Webseite der Bürgerstiftung Neukölln. Denn: Trotz des guten Kosten-Nutzen-Verhältnisses, das Falk und andere in ihrer wissenschaftlichen Studie darstellen, würden sich die meisten Patenschaftsprogramme in prekären Strukturen von Projekt- zu Projektförderung hangeln.

=Christian Kölling=