Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: „Auch Männer sollten sich beraten lassen“

Jede vierte Frau in Deutschland erleidet mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner. Mit einer gemeinsamen Fahnenhissung auf dem Rathaus-Vorplatz setzte deshalb der Bezirk Neukölln gestern ein deutliches Zeichen und sagte „NEIN zu Gewalt an Frauen und Mädchen!“ In diesem Jahr stand der 25. November als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen bundesweit unter dem Motto „#meinherzgehörtmir – Gegen Zwangsverheiratung und Frühehen“. Gewalt gegen Frauen ist eine der schwerwiegendsten und am weitesten verbreitete Menschenrechtsverletzungen weltweit. Sie tritt in vielen Formen als körperliche und psychische Gewalt, sexueller Missbrauch, Zwangsheirat, Massenvergewaltigungen in Kriegs- und Krisensituationen oder als weibliche Genitalverstümmelung auf.

„Auch Männer sollten sich beraten lassen, bevor sie Gewalt an Frauen begehen und zu Tätern werden“, forderte unter großem Beifall aller Anwesenden Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der zusammen mit Bezirksstadtrat Jochen Biedermann und der Abgeordneten Derya Çağlar zur Fahnenhissung vor das Rathaus gekommen war. Dass Gewalt gegen Frauen – mehr noch als in den Vorjahren – kein Tabuthema bleiben darf, sei im Frühjahr mit dem Beginn der Corona-Krise deutlich geworden. Spezielle Beratungsangebote, die Männern beim Ausstieg aus der Gewaltspirale helfen, bieten beispielsweise der BIG e. V. und seit 1999 die Volkssolidarität Berlin.

Allgemeine Angebote für Betroffene:

Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016 (täglich 0 – 24 Uhr): Beratung – auch anonym – in 17 Sprachen; Anrufe tauchen nicht im Verbindungsnachweis auf: http://www.hilfetelefon.de/

BIG-Hotline bei häuslicher Gewalt gegen Frauen: 030 – 611 03 00 (täglich 8 – 23 Uhr): Telefonische Hilfe, Beratung, Unterstützung und Vermittlung von freien Plätzen in Frauenhäusern: http://www.big-hotline.de/

Kindernotdienst: 030 – 61 00 61 (täglich 0 – 24 Uhr): Beratung für Kinder, Eltern und andere; kurzfristige Aufnahme von Kindern in Notsituationen: http://www.berliner-notdienst-kinderschutz.de/

Überblick über spezielle Hilfsangebote für Migrantinnen:

http://www.big-berlin.info/medien/berliner-wegweiser-fuer-von-haeuslicher-gewalt-betroffene-migrantinnen

=Christian Kölling=