„Wer in Berlin kauft, darf die Rechnung nicht ohne die Mieterinnen und Mieter machen“

Vorerst aufatmen können Mieterinnen und Mieter in Berliner Milieuschutzgebieten, deren Häuser kürzlich vom Unternehmen Heimstaden gekauft wurden: Das skandinavische Immobilienunternehmen unterzeichnete am Freitag eine umfassende Abwendungsvereinbarung mit den Bezirken. Heimstaden verpflichtet sich darin u. a., für die Dauer von 20 Jahren auf die Umwandlung der Mietshäuser in Eigentumswohnungen zu verzichten. Zudem sichert der Immobilienkonzern zu, möblierte Wohnungen mit befristeten Mietverträgen in reguläre Mietverhältnisse auf unbestimmte Zeit umzuwandeln. Im Rahmen einer Härtefallregelung sollen Modernisierungskosten außerdem nur in einem Umfang auf die Miete umgelegt werden, welcher die Nettokaltmiete 30 Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigt. Diese Zusagen gelten für 10 Jahre.

Allein in Neukölln können wir so 800 Wohnungen langfristig vor Umwandlung in Eigentumswohnungen schützen. Wer in Berlin kauft, darf die Rechnung nicht ohne die Mieterinnen und Mieter machen. Das hat die Stadt erneut gezeigt“, kommentierte Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann das Verhandlungsergebnis in einer Pressemitteilung. Berlinweit hatten Mieterinnen und Mieter gegen Heimstaden protestiert und das Land Berlin aufgefordert, sein Vorkaufsrecht zu nutzen, weil Heimstaden sich zunächst lange geweigert hatte, eine Abwendungsvereinbarung für Häuser in Milieuschutzgebieten zu unterzeichnen. Noch eine Woche vor Ablauf der Frist fand eine Kundgebung am Wildenbruchplatz statt, an der neben vielen anderen auch Biedermann mit einem Redebeitrag teilnahm und den Konzern zum Abschluss einer Abwendungsvereinbarung aufforderte.

In einem Paket erwarb Heimstaden kürzlich insgesamt 130 Häuser in Berlin. Davon liegen 82 Objekte mit insgesamt mehr als 2.200 Wohnungen in Milieuschutzgebieten in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Treptow-Köpenick, Spandau, Reinickendorf und Lichtenberg.

Häuser in Neuköllner Milieuschutzgebieten, für die Heimstaden eine Abwendungsvereinbarung unterzeichnet hat:

+++ Anzengruberstr. 20 / Donaustr. 94, 95 +++ Braunschweiger Str. 76 / Wipperstr. 4 +++ Bruno-Bauer-Str. 22 / Reinholdstr. 9 +++ Donaustr. 107 +++ Donaustr. 113 +++ Emserstr. 16, 17 / Selkestr. 29 +++ Emserstr. 111+++ Finowstr. 21-23 +++ Germaniapromenade 22, 24 / Walkenrieder Str. 34, 35 +++ Harzer Str. 82, 83 +++ Hertastr. 18, 19 +++ Karlsgartenstr. 18 +++ Kiehlufer 43 +++ Lenaustr. 5 +++ Manitiusstr. 20 +++ Nogatstr. 18 +++ Pannierstr. 9, 9a / Weserstr.18 +++ Schudomastr. 11 +++ Sonnennallee 142 / Roseggerstr. 42-44 +++ Sonnenallee 208 +++ Weichselplatz 2 +++ Weichselstr. 55 +++ Weisestr. 65 +++ Weserstr. 153 / Innstr. 8 +++ Wildenbruchplatz 6-7 / Finowstr. 13-15 / Kleine Innstr. 3-5 +++ Wildenbruchplatz 3 +++ Wildenbruchstr. 8, 9, 10 +++

=Christian Kölling=