Initiative will Skatepark nach Anthony Huber benennen

Der bislang namenlose Skatepark am Weichselplatz soll offiziell den Namen „Anthony Huber Skatepark“ erhalten. Dafür setzt sich eine Anfang September initiierte Internet-Petition ein, die an die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln gerichtet ist. Anthony Huber wurde am 25. August in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin am Rande einer Demonstration gegen Polizeigewalt erschossen. Der mutmaßliche Täter, ein 17-Jähriger aus Antioch im benachbarten Bundesstatt Illinois, soll zuvor mit seinem halbautomatischen Sturmgewehr einen anderen Mann getötet sowie eine weitere Person verletzt haben. Der Minderjährige sieht sich u. a. mit Anklagen wegen vorsätzlicher und fahrlässiger Tötung ersten Grades sowie wegen illegalen Besitzes einer gefährlichen Waffe konfrontiert. Er ist derzeit im Gefängnis von Kenosha County in Haft. 

„Anthony Huber wollte Menschenleben retten und hat dafür mit seinem eigenen Leben bezahlt. Der leidenschaftliche Skateboarder versuchte einen Rechtsextremisten zu stoppen, der mehrere Black Lives Matter Demonstranten niedergeschossen hatte. Nur mit seinem Skateboard als Schutz, versuchte er dem Angreifer seine Waffe zu entreißen. Dieser drehte sich um und tötete den 26-Jährigen mit einem Schuss in die Brust“, heißt es in der Begründung der Petition. „Skateboardfahrer auf der ganzen Welt trauern um Anthony und zollen ihm Respekt für seine mutige Zivilcourage“, endet der Aufruf. Die Benennung des Skateparks halte das Gedenken an Huber und seine selbstlose Tat wach. Sie sei zudem eine Mahnung vor der Gefährlichkeit rassistischer Ideologie und ein Zeichen der Solidarität an alle, die sich für eine bessere Welt einsetzten.

Die Black Lives Matter-Proteste in der 110.000 Einwohner zählenden Stadt Kenosha folgten auf einen ungeklärten Polizeieinsatz vom 23. August, in dessen Verlauf der schwarze US-Amerikaner Jacob Blake von sieben Schüssen in den Rücken niedergestreckt wurde und schwerverletzt überlebte. Solidaritätsaktionen für die Black Lives Matter-Bewegung gibt es in Berlin seit Pfingsten. Die Petition, deren Ziel 1.000 Unterschriften sind, fand bisher 545 Unterstützerinnen und Unterstützer.

=Christian Kölling=

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