Neukölln bei Corona-Neuinfektionen trauriger Spitzenreiter – 1.854 Schüler in Quarantäne

472 Menschen erkrankten innerhalb der vergangenen Woche im 329.917 Einwohner zählenden Bezirk Neukölln an Covid-19. Pro 100.000 Einwohner lag die Quote in diesem Zeitraum laut Corona-Lagebericht somit bei 143,1 Infizierten. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun in Neukölln besorgniserregend hoch! In Mitte, das auf Platz 2 des Negativ-Rankings steht, betrug der statistische Wert 85,8 Infizierte pro 100.000 Einwohner, gefolgt von 72,9 in Tempelhof-Schöneberg und 65,1 in Friedrichshain-Kreuzberg. Sobald der Kennwert „Sieben-Tage-Inzidenz“ stadtweit über den Wert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner steigt, wird eine der drei Berliner Corona-Ampeln auf Rot geschaltet.

Schulstadträtin Karin Korte teilte gestern mit: „An 31 Schulen wurden 79 Schülerinnen und Schüler und 13 Personen aus dem Schulpersonal positiv getestet. 100 Lerngruppen sind betroffen, 1.854 Schülerinnen und Schüler sind in Quarantäne.“ Insgesamt habe sich die Situation gegenüber der letzten Woche noch einmal verschärft, so Korte in ihrem regelmäßig erscheinenden Bericht zur Entwicklung der Corona-Fallzahlen an Neuköllner Schulen. „Am Ernst-Abbe-Gymnasium und in der Mittel- und Oberstufe des Campus Rütli wurde auf Unterricht von zuhause umgestellt“, informierte die Bezirksstadträtin weiter.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Zahlen der Corona-Infizierten nicht wieder hochgehen. Wir müssen einen neuen Lockdown verhindern. Nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern vor allem auch aus sozialen Gründen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller gestern Vormittag in der Bundespressekonferenz. In Berlin sei bereits der Ansatz eines exponentiellen Wachstums der Corona-Pandemie zu erkennen, unterstützte Prof. Dr. Ulrich Frei die am Dienstag beschlossenen Maßnahmen des Senats. Dazu gehört u. a. eine Sperrstunde, die seit heute in Kraft ist. Zur ärztlichen Versorgung sagte der Vorstand Krankenversorgung an der Charité Berlin: „Der absolute Knackpunkt ist der Fehler, nicht ausreichend Pflegekräfte zu haben.“ Es gebe zwar genügend Krankenhausbetten in Berlin, die wegen Personalmangels aber längst nicht alle betriebsbereit seien.

Vor dem Hintergrund steigender Covid-19-Infektitionszahlen beschloss der Senat, dass Restaurants, Bars, Kneipen und Spätis zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen sein müssen. Apotheken und Tankstellen dürfen in diesem Zeitraum nur Arzneien bzw. Benzin und notwendige Kfz-Artikel verkaufen. In geschlossenen Räumen dürfen sich nachts nur noch maximal 10 Personen für private Veranstaltungen treffen. Im Freien gilt ein sogenanntes Zerstreuungsgebot, das festlegt, dass sich nach der Sperrstunde nur noch fünf Personen treffen dürfen. Die Regelung gilt vorerst bis zum Ende dieses Monats.

Um das Neuköllner Gesundheitsamt zu entlasten und alle Arbeitskapazitäten auf die Kontaktverfolgung zu konzentrieren, können angeordnete Quarantänisierungen aufgrund des SARS-CoV-2 Virus ab sofort auch über qualifizierte Dritte mitgeteilt werden, informierte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke gestern.

=Christian Kölling=

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