Erweiterungsbauten des Campus Rütli eingeweiht

„Der Mensch, wenn er Mensch werden soll, muß gebildet werden.“ Wie ein inoffizielles Leitmotiv standen diese Worte des mährischen Philosophen, Theologen und Pädagogen Johann Amos Comenius am vergangenen Donnerstag über dem Festakt zur Einweihung der Erweiterungsbauten des Campus Rütli. Als Höhepunkt der Feier übergaben Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Bildungsstadträtin Karin Korte symbolisch einen Schlüssel an die Schul- und Campus-Leiterin Cordula Heckmann. „‘Kein Kind, kein Jugendlicher geht verloren.‘ Dies ist seit 2007 der Anspruch der Einrichtungen auf dem Campus Rütli. Hierfür setzen sich viele in ihrer täglichen Arbeit ein“, versicherte sie.

Zuvor hatten der neue Berliner Bausenator Sebastian Scheel und Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Familie, bei ihren Reden in der Quartiershalle das Projekt in jeder Hinsicht gelobt. „Neukölln ist ein guter Ort für Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit“, sagte Klebba, die anstelle von Bildungssenatorin Sandra Scheeres sprach. „Ich freue mich, dass hier gebaute Architektur und pädagogische neue Wege ineinander greifen und etwas Neues entstehen lassen. Circa 10 Millionen Euro, die meine Verwaltung bisher in diesen Campus investiert hat, konnten nicht besser eingesetzt werden“, erklärte Senator Scheel. Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen betrugen 32 Mllionen Euro und wurden aus Investitionsmitteln des Landes und Bezirksmitteln finanziert.

„Der Campus Rütli ist in Beton und Glas gegossene Chancengleichheit“, schwärmte Bezirksbürgermeister Hikel, der auch Comenius mit dem eingangs genannten Zitat in seiner Rede erwähnte. „Der Campus Rütli symbolisiert die Anstrengungen und Schwerpunkte des Bezirks. Das war so vor 13 Jahren, und das ist heute auch so“, fügte Hikel an. „Ich wünsche mir, dass sich die positive Wirkung des Campus Rütli auf den umliegenden Sozialraum weiter ausbreitet und auch die Nachbarschulen davon profitieren“, sagte Bildungsstadträtin Korte.

Ohne das Engagement des früheren Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky, die Unterstützung des Mäzens Dieter Rosenkranz und seiner Stiftung „Zukunft Berlin“ sowie die Mithilfe der Campus-Schirmherrin Christina Rau wäre der Campus Rütli in dieser Form sicher nie entstanden, wie alle Rednerinnen und Redner hervorhoben.

Zum Festakt – für den das Campus-Orchester die „Ode an die Freude“ aus dem 4. Satz der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven spielte – waren neben Christina Rau auch Buschkowsky und der inzwischen 95-jährige Dieter Rosenkranz als Ehrengäste gekommen.

Der 2007 vom Bezirk Neukölln angestoßene Campus Rütli versteht sich als beispielgebend für das Zusammenwirken von Bildung und Stadtentwicklung. Kindertagesstätten, Schule und Einrichtungen der Kinder-und Jugendhilfe sollen als Campus Rütli zum Wohle der Kinder und Jugendlichen eng zusammenarbeiten. Mit dem Erweiterungsbau, den schulischen Werkstätten und dem Stadtteilzentrum wurden Neubauten geschaffen, um das Konzept des Campus Rütli vollständig umzusetzen. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und Familien aus den Einrichtungen auf dem Campus sowie an die Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Stadtteil, wird in der Pressemitteilung zur Einweihung der Erweiterungsbauten erläutert. In der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli lernen rund 1000 Schülerinnen und Schüler von Klasse 1 bis Klasse 13.

=Christian Kölling=