„Gebaut in Neukölln“: Fotos in 23 Geschäften statt als Gruppenausstellung

Der jährliche Fotowettbewerb der Bürgerstiftung Neukölln ist in anderthalb Jahrzehnten schon längst eine Institution im Bezirk geworden. Doch wegen der Corona-Pandemie musste diesmal mit Traditionen gebrochen werden: Die öffentliche Siegerehrung fiel aus, ebenso wurde die obligatorische Ausstellung der eingereichten Fotos im Neuköllner Leuchtturm in der Emser Straße gestrichen. Stattdessen dachten sich die Organisatoren etwas ganz besonderes aus: Die knapp 100 Teilnehmerbeiträge des Wettbewerbs 2020, der unter dem Titel „Gebaut in Neukölln“ stand, werden nun dezentral in Schaufenstern von 23 Neuköllner Geschäften der Öffentlichkeit präsentiert.

Für einige Wettbewerbsfotos wurde gerade ein schöner Platz im Schaufenster gesucht, als ich gestern bei Blumen Weyer in der Sonnenallee vorbeikam. Auch schräg gegenüber bei der Konditorei Al-Mustafa in der Weichselstraße, im Kunstraum Reuter sowie im Modegeschäft Süßstoff in der Kienitzer Straße sind Arbeiten ausgestellt. Im Süden Neuköllns beteiligen sich die Buchhandlung Leporello und die Boutique Bines Shop an der bis zum 21. September dauernden Aktion. Alle teilnehmenden Neuköllner Geschäfte sind in einem Flyer aufgeführt.

Den 1. Platz gewann in diesem Jahr das Bild „Vogelkolonie Klunkerkranich“ von Adonis de Oliveira Pinto. Der 2. Platz ging an „Natur besiegt Stein“ von Leonie Herdejürgen und der 3. Platz an „Kleingarten vs. A100“ von Jonas Beck.

Am 29. August bietet der Stadtteilführer Reinhold Steinle eine Tour zu einigen der ausstellenden Geschäfte an. Start ist um 10:30 Uhr am Café Babette (Am Sudhaus 3) auf dem Kindl-Gelände. Anmeldung erwünscht unter fotowettbewerb@neukoelln-plus.de; für die Finanzierung von Projekten der Bürgerstiftung Neukölln wird um eine Spende von mindestens 10 Euro gebeten.

Das Thema des nächsten Fotowettbewerbs steht auch bereits fest: es lautet „Vergessenes Neukölln“, Einsendeschluss für Teilnehmerbeiträge ist der 18. April 2021.

=Christian Kölling=